] Whiskey Soda [ Note 1

// Ingo

Geschichten, die das Leben schreibt. Da will man seinen Mitarbeitern was Gutes tun und ihnen eine ganz feine CD zum rezensieren überlassen und was passiert? Die Dame sagt, sie könne das Album nicht rezensieren, da Fragments Of Unbecoming Freunde von ihr sind und sie nicht mit der nötigen Objektivität an die Sache herangehen könne. Gut, dachte er sich und hörte in „Skywards – A Sylphe’s Ascension“ herein, um näheres über den Umgang seiner Mitarbeiterin zu erfahren. Und siehe da, Kollegin {644} sieht nicht nur zuckersüß und zum anbeißen aus, nein, die Dame erfährt auch noch qualitativ hochwertige Gesellschaft, was zumindest das musikalische angeht. Fragments Of Unbecoming entstand im August 2000 als Projekt des Mortified-Gitarristen Sascha Ehrich und des Veneral Disease-Gitarristen Stefan Weimar, der auch den Gesang übernahm. Ingo Maier trommelt seitdem die Band mit zusagendem Spiel voran, bei den dicken Saiten entschied man sich für Wolle Schellenberg. Und jetzt kommt das Beste: Der Vierer huldigt seitdem Schwedens frühem Death Metal á la den Göttern von At The Gates mit einem Schuß Dissection. Schmacht...Nach dem Erstlingswerk, der MCD „Bloodred Tales / Chapter I – The Crimson Season“, kommt nun das erste vollständige Album, welches voll überzeugen kann. Für Fans der alten Schweden-Schule ist „Skywards – A Sylphe’s Ascension“ ein Glücksfall, der Titeltrack oder Kracher wie „The Seventh Sunray Enlights My Pathway“ wären auch zu den Hochzeiten dieser Spielart sicherlich als Paradebeispiele für technischen, treibenden, dynamischen Schwedentod zitiert worden. Die saubere Produktion unterstreicht die messerscharfen Riffs, die Twin Soli lassen den Fan mit der Zunge schnalzen, Double Bass und Blastbeats gibt es selbstredend en masse, der heisere Gesang lässt Erinnerungen wahr werden und die Semi-Akkustik-Gitarren scheinen direkt aus der Finsternis von Herrn Nödveidt gesandt. Textlich regiert mal nicht good old Satan, nur anhand der Songtitel lassen sich abstrakte Themen und philosophische Ansätze vermuten. Was bleibt zu sagen: Hammer! Zuschlagen! Denn diese Melodien brauchen einen Waffenschein.