] Warriors Of Armageddon [ 6 out of 7

// Olli

Dieser Tage trudelte die Mini-CD bei mir ein und wird wohl jetzt öfter mal im CD-Schacht landen. Da Vergleiche ja nun bekanntlich sehr oft hinken, eine Einordnung nun aber doch irgendwie nötig ist auch wenn die Band meint, darauf könnte man verzichten - hier ist also eine „boring comparison". Da ich aber meine tiefe Liebe für sämtliche AT THE GATES-Platten , trotz Ami-Kniefall, nie verleugnen werde und die ja bekanntlich die Messlatte ziemlich hochgezerrt haben, dürften es Neo-Schwedische-Todeskrieger nicht so leicht schaffen, in die Hallen der Götter aufgenommen zu werden. Nun aber zur Scheibe: Parallelen finden sich zu Mind`s I DARK TRANQUILITY, alten IN FLAMES oder gar "Ancient God Of Evil"-Preachers UNANIMATED. Unumstößlich ist jedoch die Tatsache, dass FRAGMENTS es schaffen, noch mehr Aggression in ihre Songs reinzupacken, ohne eben jenes schweden - typische Flair zu verlieren. Dabei verlagert man die langsameren Parts mehr in die Instrumentale. Die Songs sind trotz Melodie sehr straight und peitschen kräftig nach vorn. Obwohl ich ehrlich gesagt kein Freund von nur musikalischen Sachen bin, haben mir DISSECTION beispielsweise auf ihrer Debut-Scheibe mit eben diesen Instrumentalen die nötige Abwechslung gebracht, um dann wieder ohne Verluste zu machen, loszujagen. Man könnte ruhig mal die etwas ausgelutsche Metapher „Ruhe vor dem Sturm“ verwenden, die es wohl am besten trifft. Genau dies gelingt nämlich den Jungs hier. Da kommt keine Langeweile auf und die 22 Minuten, die die Scheibe zu bieten hat, vergehen leider viel zu schnell (es gibt ja eine Repeat Taste!!). Spieltechnisch verstehen die Leute eindeutig ihr Handwerk. Die Gitarren langweilen bei keinem Song - das Riffing ist echt fett und erinnert mich stellenweise an die Götter (AT THE GATES) – manchmal überkommt mich so ein "Slaughter Of The Soul"-Feeling. Ansonsten sind die Riffs fliessend arrangiert und wirken stets nahtlos und am rechten Platz. Der Schlagzeuger (der nebenher auch noch bei VENERAL DISEASE herumprügelt) vollendet den Gesamteindruck – hört euch mal das heftige „Bloodred Tales“ an und sagt mir bitte, dass ihr da nicht festgeht! Die Platte ist gut abgemischt und keines der Instrumente wirkt zu aufdringlich oder geht unter. Um den Gesang einzuordnen, könnte man obige Bands (UNANIMATED gehen mir da echt nicht aus dem Kopf) heranziehen, allerdings sind stellenweise ein paar tiefere Vocals mit eingebettet. Der Band ist kein Plagiat vorzuwerfen, obwohl erwähnte Combos schon sicher eine prägende Rolle übernommen haben (schätze ich mal). Die Songs haben genug Eigenständigkeit und Wiedererkennungscharakter, um sich aus der endlosen Masse an Veröffentlichungen herauszustreichen. Dem Artwork mangelt es nicht an Professionalität und auch Gestaltung des Covers und Booklets fallen sehr positiv aus dem Rahmen. Die CD kommt im Slipcase und ist neben der klasse Musik auch noch optisch ein echter Bringer. Also die 8 Euro (mit P&V) sollte man hier, wenn man auf Schwedentod der beschriebenen Garde steht, unbedingt investieren. Seit langem mal wieder eine schwedische Scheibe (wenn auch nicht aus Schweden), die vollends zu gefallen weiss. Bleibt nur zu hoffen, dass die Jungens bald `ne Full-Length herzaubern. Die Halle der Götter ist nah - weiter so!