] Oblivion [ 9 out of 10

// Michael Kuhlen

Professionalität in allen Belangen muss man Fragments of Unbecoming bescheinigen, angefangen beim exklusiven und für eine Eigenpressung unglaublich aufwendigem Artwork, über den druckvollen und transparenten Sound bis hin zum erstklassigen Songwriting, das internationalen Ansprüchen locker gerecht wird und so manch etablierten Act verdammt alt aussehen lässt. Musikalisch ordnen sich Fragments of Unbecoming selbst der schwedischen Death Metal-Schule zu, und wenn man darunter Bands wie die legendären At the Gates versteht, geht das, angereichert mit einer gehörigen Injektion Thrash Metal, voll und ganz in Ordnung. Das Riffing der Gitarren ist fett und abwechslungsreich, wobei immer wieder melodische Passagen eingestreut werden, die das brettharte Songmaterial nicht nur geschickt auflockern, sondern eben auch einen Sinn für Eingängigkeit erkennen lassen, so dass Fragments of Unbecoming eben nicht nur dogmatisch in sinnlosen Prügelorgien verharren. Tracks wie das automatisch in "Reborn" übergehende und gleichnamige "Fragments Of Unbecoming" sind unglaublich intensive und packende Death Metal-Songs, die durch den mitreissenden Gesang Stefan Weimar´s erst ihre wahre Klasse erfahren. Hier reift eine Band heran, die nicht nur der deutschen Death Metal-Szene einen gehörigen Arschtritt verpasst und für mich in dieser Verfassung zu den grössten Hoffnungen dieser Szene zählt. Da kann es für die Plattenfirmen nur "zugreifen" heissen.