] Nocturnal Hall [ 9,5 out of 10 | Band of the month October 2002

// Hoschi

“Bloodred Tales” oder besser gesagt “Bloodred Tales – Chapter I. The Crimson Season” ist das aktuelle Werk der Frankfurter Formation Fragments Of Unbecoming, mit welchem sie sich ohne weitere Umschweife in die Champions Leageue des deutschen Underground katapultieren können. Grob gesagt, könnte man Fragments Of Unbecoming als melodischen Death Metal bezeichnen, was diesen 7 Songs (inkl. Intro) aber nur bedingt gerecht werden würde. Nur bedingt deswegen, da man zwar gewisse Ähnlichkeiten mit z.B. At The Gates aufweist, aber in seinen Songs auch immer wieder andere Stilmitte verwendet und so seinen Stil auszuweiten vermag. Nach dem Intro „Invocation Of Senses“ legt der Opener „Fragments Of Unbecoming“ gleich furios los und reist den Hörer mit seiner Schnelligkeit, gepaart mit aggressiven Vocals und vielen Melodien richtiggehend mit. Vor allem der etwas gezügeltere Refrain bringt die Schnelligkeit des restlichen Songs noch besser zur Geltung. „Reborn“ weist dagegen z.B. auch mal zähere und walzendere Parts auf, welche eher an „normalen“ Death Metal erinnern. Folgerichtig sind die Vocals hier auch viel tiefer und dunkler. Das instrumentale Zwischenspiel „Summer Solstice“ beginnt mit akustischen Gitarren und einem veträumten, fesselnden Thema, bis es durch plugged Gitarren versträkt wird. „Bloodred Tales“ startet dann wieder richtig durch und gibt so richtig Gas. Die Melodien kommen erst später richtig zur Geltung, aber in erster Linie hat man es hier mit einem schnellen Killer zu tun, der einem das Hirn wegbläst. Der Kontrast zu dem vorherigen Zwischenspiel wird somit nur noch schärfer herausgestellt. „An Arctic Serenade“ erinnert mich dann wieder etwas mehr an At The Gates und schliesst den Kreis zusammen mit „Fragments Of Unbecoming“, da hier wieder verstärkt so wie beim Opener gearbeitet wird. Mein absoluter Favorit ist aber das instrumentale Outro „Opening The Heaven’s Gate“, welches wie das Zwischenspiel mit akustischen Gitarren beginnt und sich im Verlauf zu steigern weiss. Hier kann man aber perfekt eine kalte und gleichzeitig traurige Stimmung erzeugen, so dass der Wind einem förmlich über die Arme streicht. Was man noch erwähnen muss, ist das mehr als professionelle Design der CD. Eingepackt in einem Pappschuber mit silberner Schrift und einem erstklassigen Layout, nur in karmesinrot und silber gehalten, kann sich hier noch so manche etablierte Band eine Scheibe abschneiden. Der mehr als gelungene Sound macht „Bloodred Tales“ von Fragments Of Unbecoming neben Disillusion zweifelsfrei zu den besten deutschen Newcomern der letzten Zeit und jedem, der hier für 8 Euro inkl P & V nicht zuschlägt, kann nicht mehr geholfen werden.