] Bleeding [ 8 out of 10

// Opa Steve

Fragments Of Unbecoming sind eine recht frische Band aus deutschen Landen, die von (Ex-)Mitgliedern der Combos Veneral Disease und Mortified gegründet wurde. Nach einem recht ansprechenden ruhigen Intro holzen die Vier auch denn gleich los, als wäre der Elch hinter ihnen her. Knappe Stakatto-Melodien treffen auf typische Schweden-Riffs. Melodischer Death Metal ist also angesagt. Bei all der Huldigung gegenüber der Schwedenszene mit ihren zweistimmigen Arrangements merkt man aber doch immer noch den latent teutonischen Hintergrund (diverse Slowparts hätten auch von Desaster stammen können). Diese deutsche Oldschool-Ausrichtung ergibt eine frische Mischung, dass sich das Endprodukt der Fragments auch nicht in die üblich bemühten Vergleiche mit In Flames und Co. einreihen muss, sondern durchaus eigenständig bewertet werden kann.

Nach dem hektischen Shapes Of The Pursuers bläst ein cooler, hymnischer Banger die letzten Haare von der Rübe - klarer Fall von Live-Killer, jede Wette! Nach dem wieder sehr gefälligen akustischen Intermezzo "Mesmerized" knüppelt man in einer Manier weiter, die ich mal ganz Vorsichtig als Wechselspiel zwischen (Achtung, jetzt kommts) Dismember und Griffin einordnen würde. Schwedisch-melodisches Geknatter trifft auf die eigenwilligen Harmonien der mittachziger Kultband. Stefan Weimar bewegt sich dabei nicht nur in tiefen Growls, sondern lässt auch mal agressives Gekeife raus.

Im weiteren Verlauf des etwas trocken, aber sauber produzierten Albums geht es nach dem gleichen Schlag weiter. Herauszuheben ist noch ein absoluter Anspieltip, nämlich Scattered To The Four Winds - nach einem ebenfalls Griffin-typischen Melodieintro startet der Song richtig mit wüsten Drumfills und schneidenden Riffs durch. Fear My Hatred ist wohl der In-Flames-kompatibelste Song des gesamten Albums.

Die Fragments haben durchaus Potential und sprechen mit ihrem Spagat sowohl Fans des deutschen Thrashs der 80er als auch Liebhaber der melodischen Death Metal Bands an. Diese Mischung funktioniert, wenn sie auch noch etwas daran feilen sollten, die Songs mehr aus einem Guß zu gestalten. Zu unelegant sind manche Übergänge zwischen den Parts innerhalb der Songs gestaltet, weswegen der Hörfluss etwas holprig anmutet. Diese Kritik sollten sie sich zu Herzen nehmen, denn ansonsten ist alles schon sehr stimmig und macht neugierig, wie sich dieser Newcomer live präsentieren kann.