] Metal Inside [ June 2004

// Lars vs. Sascha Ehrich

Was gibt's bei euch? Wie läuft `s mit "Skywards"?

Tja, was gibt ´s denn so bei uns? Zur Zeit arbeiten wir gerade einen zweiten Sänger und Hauptfrontmann für die Live-Konzerte ein. Der gute Herr macht sich sehr gut und das Vermischen von grundverschiedenen Stimmstilen klingt schon jetzt zu Anfang der Testphase sehr vielversprechend (Amerika trifft Schweden auf dualer Ebene...). Somit kann sich Stefan (Gitarre/Vocals) endlich ein wenig intensiver auf sein Gitarrenspiel konzentrieren und vielleicht wird sich das auch positiv auf kommendes Songwriting auswirken. Wir werden sehen. Ansonsten läuft es mit „Skywards“ für meine Begriffe zufriedenstellend, die inter/nationalen Kritiker sind sich weitreichend einig, dass die Scheibe ein gelungenes Debüt geworden ist und letztlich lässt sich darauf hervorragend aufbauen. Wir haben es zwar sicherlich nicht geschafft, die Musikwelt ausnahmslos in Aufruhr zu versetzen, aber das war auch nicht unser Ziel. Speziell was die Entwicklung der Band angeht, so sind wir unserem musikalisch-kompositorischen Stil doch sehr weit näher gekommen und wissen in Teilen schon sehr genau, wo unsere Stärken/Schwächen und Vorlieben für kommendes Material sind.


Was hat es mit dem Titel auf sich? Ist der positiv zu sehen, so "himmelwärts" im Sinne Fortschritt, Erfolg, Etwas neues, fernes erreichen?

Der Titel ist natürlich sehr positiv zu sehen. Ich wollte auf „Skywards“ keinen negativen Grundstrukturen einen Raum geben. Es geht bei diesem Album hauptsächlich um einen Instinkt, den Erdboden zu verlassen, ein neue Form von Freiheit zu vernehmen, neue Ebenen zu erklimmen und Licht in seiner positiven Stimmung und Reinheit wahrzunehmen. Mögliche Assoziationen mit einem Karrierestufenerklimmen sind hierbei niemals gemeint, dies wäre auch weitaus zu anmaßend und entgegen unserer Vision.


Was soll das Cover aussagen? Das finde ich persönlich sehr schön :) Wie wichtig ist die grafische Seite eurer Scheiben? "Bloodred Tales" war ja auch schon sehr aufwendig.

Vielen Dank für das Kompliment. Der grafische oder optische Aspekt ist für mich schon immer von herausragender Wichtigkeit gewesen, da ich unseren Kompositionen nie eine lieblose Verkleidung schenken will und prinzipiell der erste Eindruck einer Scheibe auf der Optik basiert. Dies soll nicht heißen, dass ich Alben stetig ignoriere, wenn sie mich optisch nicht interessieren, vielmehr empfinde ich eine weitaus größere Neugier bezüglich der Musik, wenn mich auch das Artwork reizt. Auch wenn das Artwork von „Skywards“ rein farblich nicht zum Vorgänger "Bloodred Tales" passt (um hier eine kleine Verbindungsbrücke zu schlagen), so habe ich doch an den Stil in gewisser Weise angeknüpft. Es war für mich von vorneherein offensichtlich, erneut ein monochromatisches Artwork zu machen - da ich mich in jenen Gewässern grafisch sehr wohl fühle. Die Farbe und das letztendliche Motiv richten sich exakt nach dem Titel "Skywards", wenn ich auch gestehen muss, dass sich, wie so oft, das Resultat sehr von meinen anfänglichen Ideen unterscheidet, was aber in keiner Weise heißt, dass ich unzufrieden wäre. Ganz im Gegenteil. Es verhält sich aber oft schwierig, die eigenen Intentionen oder Inspirationen mittels weniger Aphorismen in Worte zu fassen. Dennoch: Primär sollte auf dem Cover die betitelte Himmels-Aufwärtsbewegung deutlich zu erkennen sein. Aufgrund dessen habe ich auch versucht, viel Licht in das Gesamtartwork einzubetten. Die Grafiken sollten hell, positiv, aber dennoch, bedingt durch kalte Blautöne und das Silber ausreichend kalt wirken. Wichtig war es für mich zudem, kein typisches Death-Metal-Artwork zu machen - mit Sicherheit auch ein innerer Instinkt, sich auf die eine oder andere Weise von der Masse abzutrennen, eine Art Nonkonformismus.


Wie gut hat sich die Mini eigentlich verkauft?

Genaue Zahlen kann ich Dir leider nicht nennen. Schätzungsweise sind bis dato etwa 750 Exemplare verkauft worden. Bedingt durch die Veröffentlichung  von „Skywards“ ist die Nachfrage auch wieder gestiegen und womöglich wird „Bloodred Tales“ bis Ende des Jahres ausverkauft sein. Gemessen daran, dass wir einen Großteil der Scheiben selbst vertrieben haben, können wir wirklich zufrieden sein.


Wie zufrieden bist du mit der Scheibe? Ist es für dich die logische Weiterentwicklung eures Stils? Ihr habt mich sehr an alte Sachen aus dem Hause No Fashion erinnert - ich sag' nur The Moaning, A Canourous Quintet, Unanimated und natürlich At The Gates (zwar nicht No Fashion, aber egal).

Grundlegend bin ich mit dem Gesamtoutput sehr zufrieden. Stellenweise würde man im Nachhinein immer einiges wünschenswert korrigieren, aber diese Einstellung ist sicherlich grundnatürlich und gesund für die weitere Entwicklung folgender Kompositionen. Insofern hilft es wenig, über nicht hundertprozentige Soundresultate und kleine spielerische Ungereimtheiten (die unter Garantie niemand außerhalb der Band jemals hören wird...) detailliert und zerpflügend zu sprechen. Für uns ist „Skywards“ in jedem Fall eine hörbare Weiterentwicklung zu „Bloodred Tales“, sowohl kompositorisch, als auch musikalisch. Ich denke, wir konnten unseren Stil verfeinern ohne eine Form von individuellem roten Faden jemals verlieren zu müssen, d.h. grundlegend sind wir unserem Stil sehr treu geblieben, haben die Songs aber bedachter oder verspielter komponiert. Zudem können wir mit einem Debüt wie „Skywards“ im Rücken entspannter und entschiedener dirigieren, in welche Richtung „Fragments Of Unbecoming“ gehen wird. Der Vergleich zu alten No Fashion Bands ist stellenweise nicht von der Hand zu weisen, speziell „Unanimated“ und „A Canarous Quintet“ wurden sowieso von erster Stunde an zu unseren Inspirationsquellen gezählt. Dagegen wehren wir uns auch nicht, obgleich unser Stil zusätzlich doch gravierend, wenn auch nur stellenweise, von modernerem Riffing geprägt ist.


Wie stehst du zu diesen Bands? Gehörst du zu denen, die den guten alten Schwedenzeiten ein wenig hinterher trauern? Damals, als diese Bands noch existierten.....

Was heißt Trauer? Im Grunde vermisse ich es natürlich, dass nur noch sehr wenige Bands heutzutage diesen Stil haben (in diesem Zusammenhang sollte jeder Anhänger dieser Zeit mal das Debüt von „Eternal Lies“ aus Schweden anchecken), was aber nicht heißt, dass ich neuen Bands nur sehr eingeschränkt eine Chance geben will. Diesem Phänomen begegne ich nämlich recht häufig und obgleich ich es verstehen kann, dass man als nostalgischer Mensch sehr an alten oder seinen ersten musikalischen Leidenschaften hängt, so sehr bin ich auch neugierig und aufnahmebereit für die ganze Bandbreite aktueller Veröffentlichungen. Jene Zeit, in welcher No Fashion Records geniale Alben am laufenden Band veröffentlichte, war aber eben auch nur eine kurze Epoche und würde auch nie als solche in ihrer Prägnanz und Wichtigkeit gelten, hätte sie bis heute angehalten. Somit erinnere ich mich liebend gerne an jene Zeit zurück, trauere ihr aber nicht hinterher. Dennoch würde ich mich freuen, von der einen oder anderen Band noch mal ein Album hören zu können – sprich „The Moaning“, „Unanimated“ oder „Cardinal Sin“ (war zwar auf „Wrong Again Records“, spielt aber nicht die geringste Rolle...).


Was gibt's an der Live-Front? Welcher Gig ist besonders hängen geblieben? Was steht noch auf dem Zettel?

Wir waren nicht auf Tour, falls Du das meinst. Vielmehr haben wir den einen oder anderen nationalen Gig gespielt und sind viele Kilometer in Deutschland herumgekurvt. Besonders zu erwähnen war der Gig Ende April mit „Dew-Scented“ und „Heaven Shall Burn“, das Event hat wirklich gerockt! Nächste Woche spielen wir mit „Desaster“ auf der Warm-Up Show des hiesigen Moona-Metalfests in der Live-Arena (Münster Breitefeld), dann steht das SummerBreeze-Festival auf dem Programm und wenig später folgen dann auch schon zwei Exklusiv-Shows mit „Amon Amarth“ Anfang September. Einige weitere Konzerte für den Herbst sind bereits fest oder noch in Planung und das eine oder andere Festival dieses Jahr ist auch noch im Gespräch und entscheidet sich wohl in den nächsten zehn Tagen. Aktuelles daher immer der „Alive“-Sektion auf www.fragmentsofunbecoming.com entnehmen.


Wann werdet ihr mit den Arbeiten zum Nachfolger beginnen? Wie lange seit ihr noch bei Metal Blade?

Es gibt eigentlich nie einen konkreten Zeitpunkt, wann wir mit dem Komponieren für einen Nachfolger beginnen, da wir eigentlich immer an neuem Material tüfteln. Zur Zeit haben wir zwei neue Songs komplettiert und zwei weitere sind parallel in der Mache. Was Metal Blade angeht, so werden wir wohl noch für einige Zeit bei ihnen bleiben, zumal wir einen Vertrag über fünf Alben unterschrieben haben. Selbst wenn wir jedes Jahr ein Album auf den Markt werfen, so sind es doch fünf Jahre, die ins Land ziehen. Außerdem gibt es keinerlei Gründe, eine Zusammenarbeit in Frage zu stellen, da wir über diesen Deal sehr glücklich sind.


Hättest du nach dem Release von "Bloodred Tales" damit gerechnet, ausgerechnet bei einem großen Label wie Metal Blade zu landen?

Rechnen konnte damit niemand, zumal wir „Bloodred Tales“ auch nicht veröffentlichten, um bei großen Labels nach einem Deal zu fischen. Vielmehr sollte das Output nur ein erstes Lebenszeichen sein, bei welchem wir selbst sehr gespannt waren, wie die Resonanz sein würde. Das es derart schnell und positiv bergauf gehen würde, hätte keiner von uns gewagt zu vermuten. Immerhin ist es alles andere als alltäglich, als deutsche Undergroundband einen solch lukrativen Vertrag angeboten zu bekommen. Man muss einfach nur mal bedenken, wie viele Bands über einen Zeitraum von Jahren hinweg kontinuierlich Alben oder Demonstrationsveröffentlichungen auf den Markt bringen und ungesehen oder ungehört im Nichts verharren oder in jenes sang- und klanglos verschwinden. Insofern schätzen wir uns sehr glücklich und entwickeln sogar einen gewissen Stolz, diese Möglichkeit offeriert bekommen zu haben. Das Interesse oder die Aufmerksamkeit seitens des Labels entstand unter Garantie zum einen durch die durchweg kontinuierlich positive Resonanz seitens der Presse und Hörer (wobei ich beides nicht bewusst trennen möchte...) und zum anderen durch die MCD "Bloodred Tales" selbst, welche wir zum Zweck einer ganz normalen Bemusterung zu Metal Blade sendeten und jene wohl das hörbare Potential letztlich zu überzeugen wusste.


Was hältst du von Splits mit anderen Bands? Bist du im "Underground" involviert, hast du Kontakte zu vielen Bands?

Meinst Du jetzt Split-Veröffentlichungen oder das in verschiedenen Bands immer wieder die gleichen Musiker auftauchen? Ersteres finde ich prinzipiell niemals verwerflich, oftmals wird ein Split-Release aus Kostengründen veröffentlicht und ist weiterhin ziemlich typisch für den Underground. Mit „Fragments Of Unbecoming“ würde ich kein Split-Release machen wollen. Nicht, dass es keine Bands gäbe, die ich mir als Kooperationspartner und Silberlingteilhaber vorstellen könnte, diese Frage habe ich mir einfach noch nie gestellt. Zudem ist bei Metal Blade derartiges wohl eher unüblich. Im „7“-Sektor sind Splits sehr weit verbreitet und hier bekenne ich mich als leidenschaftlicher Sammler, zumindest was ältere Veröffentlichungen  angeht. Generell fühle ich mich dem Underground schon immer auf die eine oder andere Art verbunden. Immerhin nimmt jede Bandgeschichte dort ihren Anfang. Kontakte zu anderen Bands empfinde ich als sehr wichtig und natürlich, darum pflege ich jene auch so gut ich kann oder so weit es die Zeit allgemein zulässt. Eine potentieller Hoffnungsträger und die für mich zur Zeit talentierteste Band im Underground ist beispielsweise „Symbiontic“ aus dem Ruhrgebiet. Von dieser Kapelle wird man noch viel hören!


Und was bedeutet euer Bandname? Und warum habt ihr ihn gewählt? Ich meine, cool und intellektuell klingt er ja....

Als es daran ging, einen passenden Namen zu finden, hatten wir etliche Variationen zur Auswahl. Die Entscheidung sollte aber prinzipiell zu Gunsten eines sehr individuellen, nicht beliebig austauschbaren und stilistisch zunächst nicht eindeutig zuordnungsfähigen Namen ausfallen. Deshalb dieser einmalige Drei-Wort-Klang. Das er intellektuell klingt, ist mir auch ein wenig neu, er ist eben eigen. Quelle hierfür ist kein großes Geheimnis, zumindest nicht für "Edge Of Sanity"-Fanatics...Eine derart mächtige Bedeutung verbirgt der Name aber nicht - es ist vielmehr eine Art Symbolismus für uns als Teile/Fragmente einer zu einer Art Perfektionierung der Musik treibenden Gesamtmotivation.

] Metal Inside [ June 2004

// Lars vs. Sascha Ehrich

Was gibt's bei euch? Wie läuft `s mit "Skywards"?

Tja, was gibt ´s denn so bei uns? Zur Zeit arbeiten wir gerade einen zweiten Sänger und Hauptfrontmann für die Live-Konzerte ein. Der gute Herr macht sich sehr gut und das Vermischen von grundverschiedenen Stimmstilen klingt schon jetzt zu Anfang der Testphase sehr vielversprechend (Amerika trifft Schweden auf dualer Ebene...). Somit kann sich Stefan (Gitarre/Vocals) endlich ein wenig intensiver auf sein Gitarrenspiel konzentrieren und vielleicht wird sich das auch positiv auf kommendes Songwriting auswirken. Wir werden sehen. Ansonsten läuft es mit „Skywards“ für meine Begriffe zufriedenstellend, die inter/nationalen Kritiker sind sich weitreichend einig, dass die Scheibe ein gelungenes Debüt geworden ist und letztlich lässt sich darauf hervorragend aufbauen. Wir haben es zwar sicherlich nicht geschafft, die Musikwelt ausnahmslos in Aufruhr zu versetzen, aber das war auch nicht unser Ziel. Speziell was die Entwicklung der Band angeht, so sind wir unserem musikalisch-kompositorischen Stil doch sehr weit näher gekommen und wissen in Teilen schon sehr genau, wo unsere Stärken/Schwächen und Vorlieben für kommendes Material sind.


Was hat es mit dem Titel auf sich? Ist der positiv zu sehen, so "himmelwärts" im Sinne Fortschritt, Erfolg, Etwas neues, fernes erreichen?

Der Titel ist natürlich sehr positiv zu sehen. Ich wollte auf „Skywards“ keinen negativen Grundstrukturen einen Raum geben. Es geht bei diesem Album hauptsächlich um einen Instinkt, den Erdboden zu verlassen, ein neue Form von Freiheit zu vernehmen, neue Ebenen zu erklimmen und Licht in seiner positiven Stimmung und Reinheit wahrzunehmen. Mögliche Assoziationen mit einem Karrierestufenerklimmen sind hierbei niemals gemeint, dies wäre auch weitaus zu anmaßend und entgegen unserer Vision.


Was soll das Cover aussagen? Das finde ich persönlich sehr schön :) Wie wichtig ist die grafische Seite eurer Scheiben? "Bloodred Tales" war ja auch schon sehr aufwendig.

Vielen Dank für das Kompliment. Der grafische oder optische Aspekt ist für mich schon immer von herausragender Wichtigkeit gewesen, da ich unseren Kompositionen nie eine lieblose Verkleidung schenken will und prinzipiell der erste Eindruck einer Scheibe auf der Optik basiert. Dies soll nicht heißen, dass ich Alben stetig ignoriere, wenn sie mich optisch nicht interessieren, vielmehr empfinde ich eine weitaus größere Neugier bezüglich der Musik, wenn mich auch das Artwork reizt. Auch wenn das Artwork von „Skywards“ rein farblich nicht zum Vorgänger "Bloodred Tales" passt (um hier eine kleine Verbindungsbrücke zu schlagen), so habe ich doch an den Stil in gewisser Weise angeknüpft. Es war für mich von vorneherein offensichtlich, erneut ein monochromatisches Artwork zu machen - da ich mich in jenen Gewässern grafisch sehr wohl fühle. Die Farbe und das letztendliche Motiv richten sich exakt nach dem Titel "Skywards", wenn ich auch gestehen muss, dass sich, wie so oft, das Resultat sehr von meinen anfänglichen Ideen unterscheidet, was aber in keiner Weise heißt, dass ich unzufrieden wäre. Ganz im Gegenteil. Es verhält sich aber oft schwierig, die eigenen Intentionen oder Inspirationen mittels weniger Aphorismen in Worte zu fassen. Dennoch: Primär sollte auf dem Cover die betitelte Himmels-Aufwärtsbewegung deutlich zu erkennen sein. Aufgrund dessen habe ich auch versucht, viel Licht in das Gesamtartwork einzubetten. Die Grafiken sollten hell, positiv, aber dennoch, bedingt durch kalte Blautöne und das Silber ausreichend kalt wirken. Wichtig war es für mich zudem, kein typisches Death-Metal-Artwork zu machen - mit Sicherheit auch ein innerer Instinkt, sich auf die eine oder andere Weise von der Masse abzutrennen, eine Art Nonkonformismus.


Wie gut hat sich die Mini eigentlich verkauft?

Genaue Zahlen kann ich Dir leider nicht nennen. Schätzungsweise sind bis dato etwa 750 Exemplare verkauft worden. Bedingt durch die Veröffentlichung  von „Skywards“ ist die Nachfrage auch wieder gestiegen und womöglich wird „Bloodred Tales“ bis Ende des Jahres ausverkauft sein. Gemessen daran, dass wir einen Großteil der Scheiben selbst vertrieben haben, können wir wirklich zufrieden sein.


Wie zufrieden bist du mit der Scheibe? Ist es für dich die logische Weiterentwicklung eures Stils? Ihr habt mich sehr an alte Sachen aus dem Hause No Fashion erinnert - ich sag' nur The Moaning, A Canourous Quintet, Unanimated und natürlich At The Gates (zwar nicht No Fashion, aber egal).

Grundlegend bin ich mit dem Gesamtoutput sehr zufrieden. Stellenweise würde man im Nachhinein immer einiges wünschenswert korrigieren, aber diese Einstellung ist sicherlich grundnatürlich und gesund für die weitere Entwicklung folgender Kompositionen. Insofern hilft es wenig, über nicht hundertprozentige Soundresultate und kleine spielerische Ungereimtheiten (die unter Garantie niemand außerhalb der Band jemals hören wird...) detailliert und zerpflügend zu sprechen. Für uns ist „Skywards“ in jedem Fall eine hörbare Weiterentwicklung zu „Bloodred Tales“, sowohl kompositorisch, als auch musikalisch. Ich denke, wir konnten unseren Stil verfeinern ohne eine Form von individuellem roten Faden jemals verlieren zu müssen, d.h. grundlegend sind wir unserem Stil sehr treu geblieben, haben die Songs aber bedachter oder verspielter komponiert. Zudem können wir mit einem Debüt wie „Skywards“ im Rücken entspannter und entschiedener dirigieren, in welche Richtung „Fragments Of Unbecoming“ gehen wird. Der Vergleich zu alten No Fashion Bands ist stellenweise nicht von der Hand zu weisen, speziell „Unanimated“ und „A Canarous Quintet“ wurden sowieso von erster Stunde an zu unseren Inspirationsquellen gezählt. Dagegen wehren wir uns auch nicht, obgleich unser Stil zusätzlich doch gravierend, wenn auch nur stellenweise, von modernerem Riffing geprägt ist.


Wie stehst du zu diesen Bands? Gehörst du zu denen, die den guten alten Schwedenzeiten ein wenig hinterher trauern? Damals, als diese Bands noch existierten.....

Was heißt Trauer? Im Grunde vermisse ich es natürlich, dass nur noch sehr wenige Bands heutzutage diesen Stil haben (in diesem Zusammenhang sollte jeder Anhänger dieser Zeit mal das Debüt von „Eternal Lies“ aus Schweden anchecken), was aber nicht heißt, dass ich neuen Bands nur sehr eingeschränkt eine Chance geben will. Diesem Phänomen begegne ich nämlich recht häufig und obgleich ich es verstehen kann, dass man als nostalgischer Mensch sehr an alten oder seinen ersten musikalischen Leidenschaften hängt, so sehr bin ich auch neugierig und aufnahmebereit für die ganze Bandbreite aktueller Veröffentlichungen. Jene Zeit, in welcher No Fashion Records geniale Alben am laufenden Band veröffentlichte, war aber eben auch nur eine kurze Epoche und würde auch nie als solche in ihrer Prägnanz und Wichtigkeit gelten, hätte sie bis heute angehalten. Somit erinnere ich mich liebend gerne an jene Zeit zurück, trauere ihr aber nicht hinterher. Dennoch würde ich mich freuen, von der einen oder anderen Band noch mal ein Album hören zu können – sprich „The Moaning“, „Unanimated“ oder „Cardinal Sin“ (war zwar auf „Wrong Again Records“, spielt aber nicht die geringste Rolle...).


Was gibt's an der Live-Front? Welcher Gig ist besonders hängen geblieben? Was steht noch auf dem Zettel?

Wir waren nicht auf Tour, falls Du das meinst. Vielmehr haben wir den einen oder anderen nationalen Gig gespielt und sind viele Kilometer in Deutschland herumgekurvt. Besonders zu erwähnen war der Gig Ende April mit „Dew-Scented“ und „Heaven Shall Burn“, das Event hat wirklich gerockt! Nächste Woche spielen wir mit „Desaster“ auf der Warm-Up Show des hiesigen Moona-Metalfests in der Live-Arena (Münster Breitefeld), dann steht das SummerBreeze-Festival auf dem Programm und wenig später folgen dann auch schon zwei Exklusiv-Shows mit „Amon Amarth“ Anfang September. Einige weitere Konzerte für den Herbst sind bereits fest oder noch in Planung und das eine oder andere Festival dieses Jahr ist auch noch im Gespräch und entscheidet sich wohl in den nächsten zehn Tagen. Aktuelles daher immer der „Alive“-Sektion auf www.fragmentsofunbecoming.com entnehmen.


Wann werdet ihr mit den Arbeiten zum Nachfolger beginnen? Wie lange seit ihr noch bei Metal Blade?

Es gibt eigentlich nie einen konkreten Zeitpunkt, wann wir mit dem Komponieren für einen Nachfolger beginnen, da wir eigentlich immer an neuem Material tüfteln. Zur Zeit haben wir zwei neue Songs komplettiert und zwei weitere sind parallel in der Mache. Was Metal Blade angeht, so werden wir wohl noch für einige Zeit bei ihnen bleiben, zumal wir einen Vertrag über fünf Alben unterschrieben haben. Selbst wenn wir jedes Jahr ein Album auf den Markt werfen, so sind es doch fünf Jahre, die ins Land ziehen. Außerdem gibt es keinerlei Gründe, eine Zusammenarbeit in Frage zu stellen, da wir über diesen Deal sehr glücklich sind.


Hättest du nach dem Release von "Bloodred Tales" damit gerechnet, ausgerechnet bei einem großen Label wie Metal Blade zu landen?

Rechnen konnte damit niemand, zumal wir „Bloodred Tales“ auch nicht veröffentlichten, um bei großen Labels nach einem Deal zu fischen. Vielmehr sollte das Output nur ein erstes Lebenszeichen sein, bei welchem wir selbst sehr gespannt waren, wie die Resonanz sein würde. Das es derart schnell und positiv bergauf gehen würde, hätte keiner von uns gewagt zu vermuten. Immerhin ist es alles andere als alltäglich, als deutsche Undergroundband einen solch lukrativen Vertrag angeboten zu bekommen. Man muss einfach nur mal bedenken, wie viele Bands über einen Zeitraum von Jahren hinweg kontinuierlich Alben oder Demonstrationsveröffentlichungen auf den Markt bringen und ungesehen oder ungehört im Nichts verharren oder in jenes sang- und klanglos verschwinden. Insofern schätzen wir uns sehr glücklich und entwickeln sogar einen gewissen Stolz, diese Möglichkeit offeriert bekommen zu haben. Das Interesse oder die Aufmerksamkeit seitens des Labels entstand unter Garantie zum einen durch die durchweg kontinuierlich positive Resonanz seitens der Presse und Hörer (wobei ich beides nicht bewusst trennen möchte...) und zum anderen durch die MCD "Bloodred Tales" selbst, welche wir zum Zweck einer ganz normalen Bemusterung zu Metal Blade sendeten und jene wohl das hörbare Potential letztlich zu überzeugen wusste.


Was hältst du von Splits mit anderen Bands? Bist du im "Underground" involviert, hast du Kontakte zu vielen Bands?

Meinst Du jetzt Split-Veröffentlichungen oder das in verschiedenen Bands immer wieder die gleichen Musiker auftauchen? Ersteres finde ich prinzipiell niemals verwerflich, oftmals wird ein Split-Release aus Kostengründen veröffentlicht und ist weiterhin ziemlich typisch für den Underground. Mit „Fragments Of Unbecoming“ würde ich kein Split-Release machen wollen. Nicht, dass es keine Bands gäbe, die ich mir als Kooperationspartner und Silberlingteilhaber vorstellen könnte, diese Frage habe ich mir einfach noch nie gestellt. Zudem ist bei Metal Blade derartiges wohl eher unüblich. Im „7“-Sektor sind Splits sehr weit verbreitet und hier bekenne ich mich als leidenschaftlicher Sammler, zumindest was ältere Veröffentlichungen  angeht. Generell fühle ich mich dem Underground schon immer auf die eine oder andere Art verbunden. Immerhin nimmt jede Bandgeschichte dort ihren Anfang. Kontakte zu anderen Bands empfinde ich als sehr wichtig und natürlich, darum pflege ich jene auch so gut ich kann oder so weit es die Zeit allgemein zulässt. Eine potentieller Hoffnungsträger und die für mich zur Zeit talentierteste Band im Underground ist beispielsweise „Symbiontic“ aus dem Ruhrgebiet. Von dieser Kapelle wird man noch viel hören!


Und was bedeutet euer Bandname? Und warum habt ihr ihn gewählt? Ich meine, cool und intellektuell klingt er ja....

Als es daran ging, einen passenden Namen zu finden, hatten wir etliche Variationen zur Auswahl. Die Entscheidung sollte aber prinzipiell zu Gunsten eines sehr individuellen, nicht beliebig austauschbaren und stilistisch zunächst nicht eindeutig zuordnungsfähigen Namen ausfallen. Deshalb dieser einmalige Drei-Wort-Klang. Das er intellektuell klingt, ist mir auch ein wenig neu, er ist eben eigen. Quelle hierfür ist kein großes Geheimnis, zumindest nicht für "Edge Of Sanity"-Fanatics...Eine derart mächtige Bedeutung verbirgt der Name aber nicht - es ist vielmehr eine Art Symbolismus für uns als Teile/Fragmente einer zu einer Art Perfektionierung der Musik treibenden Gesamtmotivation.