] Deathgrind [ May 2004

// Goddie vs. Sascha Ehrich

Stichwort: Fragments of Unbecoming...
Auftrag: Interview, mit grundlegenden Informationen über die Band an sich...
Hindergrundwissen: Recht außergewöhnlicher Bandname und ein irgendwo auf halbem Weg zwischen Klein- und Großhirn steckengebliebener Gesprächsfetzen, der da besagt, dass die Südhessen (Anm. S.: Zu einem Viertel Südhessen, zu drei Vierteln Nordbadenser. Mir wäre diese Tatsache gleich, jedoch bestehen meine Leidensgenossen auf dieser genauen Lokalisierung.) „irgendwie total schwedisch.... wie AT THE GATES und so, aber dennoch völlig eigenständig“ klingen...
Anmerkungen: Agent G. – Stop - Hören Sie sich aufmerksam das beigelegte Album an – Stop - Recherchieren Sie alles weitere auf www.fragmentsofunbecoming.com - Stop - Das sollte für den Anfang reichen – Stop - Meldung bei erfolgreichem Missionsabschluss – Stop – Viel Glück...


Tja, liebe Leser... das wäre jetzt wohl der Punkt an dem sich der gestählte Agentenverschnitt seinen schaumig-geschüttelten Martini (den fünften an diesem Abend) hinter die Binde kippt, dem vollbusigen Dummchen zum Abschied (es wird ein paar Szenen später durch ein fieses Büchsenöffner – Attentat getötet) einen Klaps auf den Hintern gibt und sich todesmutig in seine Mission stürzt.
Jaaaa, ich sehe es förmlich vor mir... so guckt die Situation aus! Der Kerl stapft los, die Musik setzt ein (dramatisch anschwellend)... man hört ein Rascheln... unser Held schreckt noch einmal kurz hoch (sein rechter Mittelfinger streift für den Hauch einer Sekunde den Griff seiner silber- elfenbeinfarbenen Smith & Wesson).... und stirbt  im Maschinengewehrfeuer!!! Ende...


„Was?“, denkt ihr ... und der gute Sascha von Fragments of Unbecoming mit Sicherheit jetzt auch (Anm. G.: Hallo erst mal!), will uns dieser Spinner mit dieser Einleitung, welche mehrere Kilometer am Thema vorbei läuft, sagen? (Anm. S.: Ist aber endlich mal eine alternative Einführung und Halbwahrheiten als Meterware kann ich auch nicht ausmachen.)

Und das ist wirklich eine gute Frage! Eine gute Frage, auf die ich mit einer noch besseren Frage antworte: Was wäre James Bond ohne Mr. Q (Anm. S.: Ohne „Mr. Q“ gäbe es höchstwahrscheinlich niemals die genial vertonte Anlehnung „Good evening Mr. Q“ von „The 3rd and the mortal“!) ? Was wäre Charlie ohne seine süßen Engel (Anm. S.: Na eben engellos, alleine, uninteressant, ein Eunuch, nur Charlie?)? Mmmmm...? Was wäre Wicki ohne seine Zeigefinger (Anm. S.: Manch einer mag behaupten, Wickis Intellekt stecke eben in diesem Zeigefinger und nur durch intensives Reiben an dafür von der Natur extra vorgesehener Nase entfalte sich dieser geistreiche Spürsinn für perfekt organisierbare Problemlösungen binnen weniger Sekundenbrüche. Ergo: Ohne Zeigefinger wäre Wicki nur der unterbelichtete Sohn seines Vaters und ein Wikinger-Nachwuchstalent wie jeder andere auch. Dazu kommt, dass die Landshuter „Path Of Debris“ vor Jahren niemals die Titelmelodie dieses unvergessenen Zeichentrickopus auf ihrem Demo gecovert hätten, wäre Wicki nicht ein wundersames Idol...)? ...Häää? Keine Ahnung? Okay, ich sag’s euch... Genau das gleiche, was ein armer Schreiberling ohne Information bzw. eine Website ohne Biographie ist (Anm. S.: Mein schlechtes Gewissen rankt sich wie ein Bohnengewächs spiralförmig und unaufhaltsam gen Himmel. Sofern Du eine Promo-CD von „Skywards – A Sylphe´s Ascension“ besitzt und jene nicht in strafbarem Eigennutz als reine Audiopräsentation auf leere Namensvetter gebrannt hast, so sei Dir gesagt: „Auf dieser CD befindet sich die Biografie. Nichtsdestotrotz werde ich auf der bald in neuem Gewand erscheinenden Internetplattform das Geheimnis zum x-ten Mal klar erkennbar öffentlich machen) !


Also gut... klinken wir uns ins Interview ein...-klink-...

Mensch Sascha, warum macht Ihr auf Eurer Website so ein Geheimnis um Euch und Euren Werdegang?  Noch dazu, wenn man so eine relativ witzige und ich sag mal.... schicksalhafte Entstehungsgeschichte auf Lager hat...

Es kann schließlich nicht jeder von sich behaupten, seine Band auf dem Rücksitz eines Autos gegründet zu haben! Wie kam es dazu (Anm. G.: ...und was noch viel wichtiger ist... glaubst überhaupt an so was wie ein „Schicksal“?)?

Ein sehr intelligenter Mensch namens Ambrose Bierce hat im Jahre 1911 „Schicksal“ wie folgt zynisch erklärt: „Das Schicksal ist eines Tyrannen Ermächtigung zu Verbrechen, eines Narren Ausrede für Versagen.“ Im Grunde glaube ich nur sehr matt an Schicksal oder Fügung. Wer oder was soll jenes auch verantworten können? Ein Moloch, ein übernatürlicher Gönner? Vielleicht bin ich ein zu überzeugter Realist, um Gedanken und Ideen über Schicksal treffend nahe an mich herantreten zu lassen. In jedem Fall bezweifle ich, dass wir um unsere Entstehungsgeschichte Nebel voller geheimer Schleier ziehen. Bei derartiger Vielzahl von bis dato geführten Interviews wage ich mich fast zu wundern, wenn noch immer Leser nach unserer Identität fragen. Aber gut, ich möchte natürlich keinen eurer Leser in blasser Boshaftigkeit weiterhin im Dunkeln tappen lassen. Tatsächlich ist das Aufkommen des Bandgründungsgedanken auf amüsanten Pfeilern gebaut: Im Sommer 2000, wie schon oft in diesem Zusammenhang erwähnt, genau eine Woche nach dem alljährlichen Wacken Open Air, waren Stefan (Gesang/Gitarre bei „Fragments Of Unbecoming“ | Gitarre bei „Veneral Disease“) und ich (Gitarre bei „Fragments Of Unbecoming“) auf einer typisch ländlichen Party an einem Waldrain. Da jene Party ausschließlich von Heavy Metal zu leben schien, wollten wir relativ früh die Lokalität wechseln, was aber insofern einem unmöglichen Unterfangen glich, da wir hoffnungslos eingeparkt waren und potentielle Fahrzeughalter in ihrem alkoholisierten Zustand offenkundig nicht mehr in der Lage waren, ihr eigenes Fahrzeug zu erkennen, ganz zu Schweigen davon, überhaupt Kurzstrecken bis zu jenem Gefährt zurücklegen zu können. Demnach mussten wir angesäuert (genauen ph-Wert habe ich vergessen zu messen...) die Nacht im Auto verbringen. Genauer gesagt dauerte es fünf Stunden, bis die ersten Alkoholleichen zu neuem Leben erwachten und ihr Fahrzeug in eigenwilliger Fahrweise den Hügel hinunterlenkten und den Weg freigaben. Jene fünf Stunden blieben aber nicht ungenutzt. Um es vorweg zu korrigieren: Die Band wurde nicht auf den Rücksitzen meines weißen Opel Astra Kombi Diesel (man muss die Art dieses verhältnismäßig günstigen Antriebsstoffes erwähnen, da dies der Grundpfeiler jener stetigen Hauptargumentation ist, warum immer ich der Fahrer bei Auswährtskonzerten sein muss...), sondern vielmehr auf einem sowohl Standardfahrer-, als auch einem Standardbeifahrersitz gegründet. Detailgetreu wurden jene Sitze in angenehme Winkelungen von 64,4° gebracht, Alkohol war nur in sehr geringem Maße im Spiel und aus dem CD-Wechsler, welcher mich stets treu und mehrsprachig beim Einschalten mit jener neonblauen Wortkargheit „Hallo, Hello, Ciao“ begrüßt, rannen Notenwanderungen à la Bloodbath, Edge Of Sanity, Unanimated. Grund genug, um über die gute alte Schwedenepoche zu diskutieren und dabei festzustellen, dass man wider Erwartens einen diesbezüglich sehr ähnlichen Geschmack teilt. Vielleicht ist es hierbei sogar naheliegend, dass man auf die Idee kommt, neben bestehenden, melodiefremden Bands eine zunächst nebensächliche, aber dennoch reizvolle Formation ins Leben zu rufen. Glücklicherweise war dies eine Idee, deren Fundament nicht binnen weniger Tage (wie so oft...) zerbrach und so kam es schon nach kurzer Zeit zu ersten melodiefreudigen Genüssen, basierend auf Ideen, die bis zu diesem Zeitpunkt verschmäht in der Ecke verstaubten und niemals ihren verdienten Platz in einer Komposition fanden. Ingo (Felldrescher bei „Fragments Of Unbecoming“ und „Veneral Disease“) kletterte wenig später an Bord und ein erstes probefähiges Gespann war geschaffen. Wolle (damals musikalisch arbeitslos) kam letztlich erst im Herbst zu uns und vervollständigte jenes Line-Up, dass sich bis heute nicht verändert hat.


Nachdem Fragments... (Anm. S.: Wie kann man nur so faul sein und den Bandnamen nicht ausschreiben?J Zumal sei endlich mal gesagt: Es gibt bereits eine andere Band namens „Fragments“!) anfangs mehr ein Zweitprojekt war, wurde ja ziemlich schnell mehr daraus... Wie ging’s mit Veneral Disease und Mortified, den beiden Bands in denen einige von Euch vorher spielten, weiter?

„Veneral Disease“ sind heute adäquat existent und haben noch immer, trotz Plattenvertrag für „Fragments Of Unbecoming“, den gleichen Stellenwert für Stefan und Ingo. Zudem hatten die Jungs vor ca. einer Woche ihre Release-Party für die dritte Langrille „Sworn To Hate“. Es geht also auch hier stetig voran. Dich gleichermaßen über „Mortified“ zu informieren, ist nicht vergleichbar einfach, da ich zu den Jungs sehr wenig Kontakt habe und halte. Tatsache ist, dass sie seit Jahren nicht mehr live gespielt haben und bis dato noch immer keine Veröffentlichung verbuchen können (...dies nun noch einmal schriftlich für alle, die behaupten, sie hätten Material von „Mortified“ zu Hause. Das kann nicht sein!!!). Zahlreiche Line-Up-Wechsel gab es wohl auch. Dennoch bin ich mir sicher, dass der harte Kern von „Mortified“ niemals aufgeben wird und so bleibt zu hoffen, dass es doch irgendwann in ferner Zukunft zumindest mal ein Demo geben wird.


Okay, alles klar. Da ich bis vor kurzem eigentlich keine Ahnung hatte, wer oder was sich im musikalischen Sinne hinter „Fragments Of Unbecoming“ versteckt, würde ich jetzt einfach mal vorschlagen, dass wir den normalen Weg vom Vertrieb in den Plattladen bis hin zur heimischen Stereoanlage gehen und alles nach der Reihe abhaken. Let’s go!

Nachdem euer Debüt noch in Eigenregie bzw. auf deinem eigenen Label  „Sylphony Creations“ erschienen war, steht ihr mittlerweile bei „Metal Blade“ unter Vertrag... Klinkt nach ner erzählenswerten Story...

Den Plan, einen ersten Silberling auf die Menschheit loszulassen, zeichneten wir im Herbst/Winter 2001. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir unseren ersten Gig mit „Fragments Of Unbecoming“ gespielt und entsprechend ausreichend Material geschrieben, um ins Studio gehen zu können. Es sollte aber zunächst nur eine Eigenproduktion in Form einer Kurzrille werden. Retrospektiv erinnere ich mich, dass wir einfach auch testen wollten, wie das Material ankommt. Hierfür erschien es uns nicht sinnvoll, sogleich das gesamte Material zu verbraten. Im Nachhinein war dies eine weise Entscheidung, da wir einige Kompositionen weitreichend verfeinern konnten und letztlich finden sie, im Einklang mit persönlicher Zufriedenheit, ihren Platz auf unserem Debüt. Ohne aber zu weit abzuschweifen, „Bloodred Tales-Chapter I – The Crimson Season“ wurde im Frühjahr 2002 eingespielt und erblickte im Wonnemonat Mai das Licht dieser Welt. Für mich persönlich lag es auf der Hand, jene Veröffentlichung mit der Gründung von „Sylphony Creations“ zu verbinden und somit war sowohl mein erster Tonträger, als auch meine erste kleine Untergrundplattenfirma geboren. (...wie Weihnachten und Ostern zusammen, würde mancher jetzt sagen...). Die Reaktionen auf „Bloodred Tales“ waren wider Erwartens gigantisch und durchweg positiv, was uns binnen kurzer Zeit den Status einbrachte, eine von Deutschlands Hoffnungsträgerbands im Metalbereich zu sein. Der Silberling wurde über mehrere Undergroundmailorder weitreichend vertrieben und hat hierdurch sogar Wege bis nach Amerika oder Asien (speziell Vietnam) zurücklegen können. Das hätten wir uns natürlich nie träumen lassen. Der anfängliche Erfolg brachte dann auch zwei Teilnahmen auf renommierten „Best Of Unsigned Acts (both national and international)“-Samplern mit sich und fast genau ein Jahr nach Veröffentlichung von „Bloodred Tales“ klopften unter anderen Interessenten auch „Metal Blade“ an der Mailbox. Ein besseres Angebot oder eine geeignetere Chance hätte sich uns binnen dieser kurzen nie bieten können und so kam es nach nur wenigen Wochen im Mai 2003 zur Einigung und Vertragsunterzeichung.


Weil wir eben dabei sind ... Was steckt eigentlich hinter „Sylphony Creations“? Wuchs die Idee des eigenen Labels damals in Koproduktion mit der Veröffentlichung Eures Debüts oder ging das unabhängig voneinander über die Bühne? Welche Bands hast Du mittlerweile unter Vertrag und nach welchen Aspekten wählst Du diese aus?

Wie zuvor schon erwähnt, die Idee einer Labelgründung schwebte mir schon lange vor, „Bloodred Tales“ war der für mich sichere Zeitpunkt, um es endlich in die Tat umzusetzen. Vertraglich gesichert habe ich mir bis dato nur eine Vinylveröffentlichung einer norwegischen Band namens „Stille Oppror“. Dies ist eine von vielen neuen Bands, die aus dem Split-Up von „In The Woods“ hervorgingen. Ihr Debüt „Prosject 213“ ist rein akustischer Natur (mit klarem weiblichen und männlichen Gesang untermalt) und lehnt sich ein wenig an alte „In The Woods“-Zeiten und Projekte wie beispielsweise „Naervaer“ an. Dieses Vinyl wird es hoffentlich endlich im Sommer diesen Jahres geben, zwar keinerlei Umsatz bringen, aber für mich persönlich definitiv ein Kleinod sein. Andere Veröffentlichungen eher aus dem Metalsumpf sind geplant, aber noch keineswegs spruchreif. Deswegen möchte ich nur ungern etwas vorwegnehmen, dass womöglich dann doch im Keim erstickt wird. Meine Auswahl treffe ich einzig und allein nach persönlichem Geschmack, Intuition und einem Funken Idealismus. Somit ist der musikalische Stil des potentiellen Schützlings nicht grundlegend festgelegt oder einsilbig und ich lasse mich selbst ab und an überraschen, welche Formation ich mir zu unterstützen wünsche. Hierbei ist gleich zu Anfang offensichtlich, dass es nicht um Reibach, Umsatz oder pausenlosen Selbstprofit geht.


Was hat sich seit dem Labelwechsel für Euch verändert? Steht in der nächsten Zeit auch mal was größeres in Richtung  Deutschland bzw. Europa - Tour oder vielleicht sogar ein Videodreh an (...ist seit neuestens alles wieder möglich... siehe MTVIVA (Anm. S.: „MTVIVA“ ist mir auch neu, musste aber doch lachen...))?

Tourneen sind nicht geplant, da sie sich zeitlich nur schwer mit Prioritäten des Alltags vereinbaren lassen. Deswegen konzentrieren wir uns zielgerichteter auf Festival-Auftritte und nationale Gigs. Zu erwähnen ist das diesjährige SummerBreeze, auf dem wir spielen werden. Ein Videodreh ist auch nur sehr wage in Planung. Zugegeben, wir wollen es gleich zu Anfang auch nicht übertreiben und zunächst beobachten, wie unser Debüt „Skywards – A Sylphe´s Ascension“ auf ein großes Publikum wirkt. Durch den Labelwechsel, den ich als solchen auch gar nicht sehen würde, wird das Album natürlich sehr umfangreich promotet. Die CD ist nun zum ersten Mal durch professionelle Vertriebe international erhältlich, wir haben etliche internationale Interviews geführt und sogar unzählige Radiostationen spielen unser Material. Diese wichtigen Faktoren, die für das Aufsteigen einer Band verantwortlich sind, waren für uns vorher nur sehr bedingt vorhanden und wir sind sehr dankbar, dass die Jungs von „Metal Blade“ uns stetig unterstützen.


Abgehakt.... nächster Haltepunkt Plattenladen!
(Anm. G.: Unser Held, nennen wir ihn einfach „den Verbraucher“, greift ins Plattenregal und...) Das erste, was einem bei euch sofort ins Blickfeld fällt, ist das wirklich stimmige und vor allem ausgefeilte Layout, welches angefangen beim Logo, über die Farbgebung, bis hin zum eigentlichen Covermotiv wirklich nicht besser sein könnte!

Soweit ich (auch ohne Bio... grindz) in Erfahrung bringen konnte, stammt das alles aus Deiner Feder... Was mich hierbei interessieren würde: Wie und in welcher Technik entsteht so ein Artwork? Malst Du das Ganze erst im Großformat (wegen den kleinen Details...) oder ist das eher ein Zusammenstückeln am Computerbildschirm?

Danke für das Kompliment zunächst. Ich wage zu bezweifeln, das Verantwortliche für grafische Ergüsse (ugs.: Künstler) gerne sehr detailliert über die Entstehung ihrer Arbeiten sprechen. Ich reihe mich hier nahtlos ein, gebe aber doch einige wenige Stationen beim Erstellen jener Arbeit preis. Grundlegend habe ich eine Idee oder einen Gedanken im Kopf, auf welchem ein Entwurf oder eine erste imaginäre Skizze beruht. Handgezeichnete Skizzen fertige ich nur sehr selten vorher an. Bei „Skywards“ war zunächst die Farbgebung und das Zusammenspiel jener Farbe mit großen Weißflächen unumgänglich. Das Artwork sollte nicht düster, sondern sehr lichtintensiv und positiv sein. Rein optisch sollte es aber natürlich auch die Grundthematik des Albums unterstreichen und nicht meilenweit daran vorbeiziehen. Weiterhin basiert das Artwork auch nicht auf Scans von Großformatmalereien, sondern vielmehr auf einer Komposition aus gemalten Hinter- und Untergründen, einer addierten Symbolik, zarter Figürlichkeit und Elementen, die ich mit multimedialen Hilfsmitteln verfeinern konnte. Das Logo gab es zudem schon lange vorher und musste nicht extra angepasst werden, wobei es für mich persönlich einer der größten Schwierigkeiten ist, ein Logo stilistisch mit einem darunter liegenden Artwork passend zu vereinen. Hierbei wird nämlich oft alles falsch gemacht und zerstört.


Was stellt das aktuelle Artwork dar? Steht es in direkter Verbindung mit dem des Vorgängers "Bloodred Tales- Chapter I . The Crimson Season"? 

Eine Verbindung zu seinem Vorgänger gibt es nicht, höchstens auf stilistischer Ebene. Thematisch liegen Welten zwischen beiden Veröffentlichungen. Das Artwork zu „Skywards“ soll prinzipiell, obgleich es immer im Auge des subjektiven Betrachters liegt, die Bewegung des Aufsteigens darstellen. Die Farbgebung untermalt hierbei den Eindruck eines himmlischen Szenarios. Schmetterlinge und Vögel sprechen in ihrer Natürlichkeit eine deutliche Sprache. Es ist reich an Licht und positiver Stimmung, wobei ich persönlich mit positiver Stimmung ein Empfinden von Freiheit ausdrücken will. Bewegung läuft gegensätzlich zu Platzrotieren und somit ist Bewegung eine stetige Antriebskraft, um Neugier und Mut für neue Herausforderungen halten oder entwickeln zu können. Generell empfinde ich es aber als entsetzlich schwer, meine eigenen Arbeiten interpretierend zu umschreiben.


Neben den beiden Arbeiten in eigener Sache springst Du ja unter dem Banner „Precious Art“, auch für andere (u. a. auch namhafte) Bands in Sachen Optik in die Presche! Für wen hast Du in dieser Hinsicht schon gearbeitet?

Hauptsächlich kreiere ich konform zu einer gewissen Leidenschaft Logos für Bands und Labels (z.B.: Die Apokalyptischen Reiter, Necrophagist, Morbus Gravis, Strider Records, Sylphony Creations, Stille Oppror, etc.). Coverarbeiten nehme ich zeit- und manchmal auch musebedingt eher selten an. In jüngster Zeit habe ich das Cover für das aktuelle Necrophagist-Album, sowie für deren Wiederveröffentlichung des Debüts angefertigt. Beide Alben dürften im Sommer diesen Jahres auf dem internationalen Markt erhältlich sein.


Was kostet die Welt bei „Precious Art“?

Es gibt keinerlei Milchmädchenrechnung, noch ein regelmäßig festes Budget. Leider! Generell kann man grafische Arbeiten nie stundenweise Abrechnen oder horrende Summen verlangen, gar Materialrechnungen schreiben. Hierbei fehlt mir auch ein unantastbarer Status. Um es kurz zu machen, meist vereinbare ich mit einem Interessenten eine Art Pauschalbetrag und verlange auch diesen nur vollständig, wenn alle Parteien zufriedengestellt sind. 


Wie beurteilst Du, als jemand, der selbst Artworks erstellt, die Arbeiten von Kristian Wahlin (auch bekannt als Necrolord)? Ist er ein Vorbild?

Kristian ist ein großartiger Künstler, auch wenn mir nicht alle Arbeiten durchweg gefallen, der es geschafft hat, speziell dem skandinavischen Metal eine sehr eigene Note, ein nicht vergleichbares Flair zu verpassen. Sozusagen, was Dan Seagrave dem US-Death Metal schenkte, hat Necrolord dem europäischen Death/Black Metal geschenkt. Arbeiten, die ich besonders schätze sind: „Emperor-In The Nightside Eclipse“, „Tiamat-Wildhoney“, „Dissection-The Somberlain“ und „Dark Tranquillity-The Gallery. Nicht zu vergessen seine Illustrationen für „Liers In Wait“, „Grotesque“ oder die Hintergründe der „Diabolique“-Booklets. Großartig! Leider hat er in den vergangenen Jahren (wie auch Dan Seagreave) immer weniger auf sich aufmerksam gemacht und ist der digitalen Welt etwas gewichen, was doch sehr bedauerlich ist, da ich persönlich diese 3D-Render-Programm-Artworks in Massenware nicht mehr sehen kann.


Vom Optischen zum Lyrischen...  Einem schon etwas älteren Interview konnte ich entnehmen, dass bei Euch die Texte im Gegensatz zur Musik eher zweitrangig sind.

Dennoch scheinen sowohl euere Plattentitel, welchen obendrein mit Kapitelnummern versehen sind, als auch eure Songtexte einem gemeinsamen Konzept zu unterliegen... Ein weiteres Indiz für die enge Verbundenheit euerer bisherigen Veröffentlichungen sehe ich im Titel des abschließenden Outros eueres Debüts „Bloodred Tales – Chapter I: The Crimson Season”, welches da hieß „Opening My Heaven's Gate“ und dem Titel des aktuellen Werks „Skywards – Chapter II: A Sylphes’s Asension“. Was steckt dahinter? Kannst Du kurz das Konzept umreißen? Wovon lasst Ihr Euch inspirieren?

Es unterliegt wirklich einem Zufall, dass jenes Outro auf „Bloodred Tales“ inhaltlich zu dem aktuellen Album passt. Im Grunde genommen war es nie als Übergang oder Eröffnung eines neuen Kapitels gedacht. Die Nummerierung der einzelnen Alben per Kapitelzuweisung soll auch kein gleichbleibendes Konzept ausdrücken, sondern war prinzipiell immer nur eine Idee ohne gravierend philosophischen Hintergedanken. Somit hast Du zwar gut recherchiert, jedoch zerschmettere ich Deine Indizien mit einem wasserfestes Alibi J Weiterhin gibt es außerhalb musikalischer Aspekte keine direkte Verwandtschaft, d.h.  „Skywards“ beginnt 2004 dort, wo „Bloodred Tales“ 2002 endete, lediglich die Kompositionen erscheinen uns ausgereifter und ein Stückweit näher an unserem Ziel. Was das Lyrische angeht, so sind textliche Untermalungen zwar ein fester Bestandteil des Gesamtkonzepts, tragen aber nicht an gleicher Gewichtigkeit wie die Musik (wie Du schreibst, sind sie wirklich eher zweitrangig). Die grundthematisierte Sylphe ist innerhalb des Lyrikflusses eine Art manifeste, emotionale Trägerfigur und eigentlich nicht konkret als wahrhaftige Person zu sehen. Generell haben die Texte eher einen persönlichen Stellenwert für mich und liegen weder Dogmen, noch Mythologien oder sozialer Kritik zu Füssen. Kurz gesagt und wenig ausgeschmückt - es sind (teils verschlüsselte) Erfahrungsdarstellungen basierend auf Eindrücken wie sich loszureißen, neues zu entdecken, Freiheit zu spüren, einem Weg zu folgen, neues Territorium zu betreten, etc....gänzlich nicht wirklich leicht zu beantworten und daher sehr offen für den Leser.


Gibt es hierzu auch einen Zusammenhang zu Eurem ebenfalls recht außergewöhnlichen Bandnamen?  

Der Bandname wurde a priori ausgesucht, ohne ihn direkt einem musikalischen oder lyrischen Konzept fest verankert zuordnen zu müssen. Dies würde auch einen Mangel an kreativem Freiraum mit sich bringen und zu sehr einschränken. Somit steht der Bandname immer etwas isoliert.


Und weiter geht’s...Wuuuusch... ab zur heimischen Stereokrachmaschinerie... (Anm. G.: „Der Verbraucher“ packt voller Vorfreude die CD in den Schacht... lauscht den Dingen die da kommen und denkt sich noch:.. Mensch....) Wie würdest Du jemandem Eure Musik erklären, ohne AT THE GATES oder andere Bands als Referenzpunkte heranzuziehen? Kann es sein, dass sich Euer Drummer eher am amerikanischen Stil orientiert?

Ohne „At The Gates“ als Referenz zu ziehen?????? Diese Aufgabe sollte man mal allgemein den meisten Redakteuren stellen, da sie heutzutage ohne „At The Gates“ offensichtlich keine auch nur leicht schwedisch klingende Scheibe mehr besprechen können. Nun gut, ich werde es versuchen, aber es wird ein harter und steiniger Weg werden und ich werde wohl einige Narben davontragen müssen. **** steh´ mir bei!

Verweise auf generell schwedische Bands beinhaltet unser Stil unter Garantie, ansonsten hätten wir ihn nicht kategorisch zu "Swedish Styled Death Metal" getauft. Jener gesteigerte Härtefaktor (speziell durch eher amerikanisch orientiertes Schlagzeugspiel) oder das bewusste Einfließen von aggressiveren Stilmitteln resultiert auch weniger aus skandinavischen Projektionen, sondern liegt vielmehr daran, dass wir versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Brutalität und melodiöser Verspieltheit zu bilden, d.h. unsere Kompositionen sind durchaus reich an adrenalinhaltiger Raserei, beinhalten aber auch unumgängliche Gegenpole – wir z.B. melancholische Melodiebogen oder akustische Zwischenspiele. Müsste man jedoch Fragments Of Unbecoming stilistisch in eine musikalische Ära einordnen, so würde ich Schweden im Jahre 1994/1995 als prägenden Jahrgang beziffern.


In den Reviews zu „Bloodred Tales…” wurden vor allem die akustischen Zwischenspiele immer wieder positiv erwähnt! Wie wichtig sind diese fürs Gesamtklangbild? Könntest Du Dir vorstellen, mal ein komplettes Akustikalbum der Marke ULVERs „Kveldsfanger“ (auch außerhalb von Fragments Of Unbecoming) aufzunehmen?

Jegliche Form von akustischem Zwischenspiel ist unverzichtbar für das Erzeugen eines Spannungsgleichgewichts in unserem Klangbild. Akustische Passagen bilden immer einen entspannten, vielleicht besinnlichen Ruhepol und verstärken dadurch die Wirkung folgender Death Metal Stücke. Mir persönlich würde jene Wärme auf unseren Alben sehr fehlen und insofern werden jene Passagen immer ihren wichtigen Raum auf künftigen Alben einnehmen müssen. Ein reines Akustikalbum mit Fragments Of Unbecoming zu machen, ist undenkbar, da speziell hierbei das wichtige Gleichgewicht nicht mehr die Waage halten könnte. Ich persönlich kann aber nicht ausschließen, dass ich nebenbei derartiges mal verwirklichen werde, zumal einige Ideen hierfür schon stehen. Der Reiz ist also sicherlich da, ich bin selbst gespannt, was daraus wird – in jedem Fall kein folkloristisches Album, wie Ulvers Geniestreich eines ist.


Wie verhält sich das bei Euch mit dem Songwriting? Hat sich daran seit Eurem Erstling etwas geändert? Worin liegen die Hauptunterschiede der beiden Alben?

Eigentlich hat sich nichts geändert. Sowohl Tempo als auch die Vorgehensweise beim Songwriting haben sich nicht geändert. Vielleicht gehen wir unterbewusst mit gesteigertem Anspruch ans Werk, aber das ist wohl grundnatürlich. Stefan und ich arbeiten immer parallel an Songstrukturen und vereinzelten Passagen. Hierbei hat jeder einzelne einen sehr eigenen Stil, was jeweilige Kompositionen, welche ausschließlich in Zusammenarbeit einen zufriedenstellenden Abschluss bekommen können, reich an Abwechslung gestaltet. Zudem arbeiten wir bandintern immer an mehreren stilistisch völlig verschiedenen Stücken gleichzeitig, was den Vorteil hat, dass wir nicht gezwungen sind, unter Druck ein Stück fertigstellen zu müssen, um eine weitere Komposition anfangen zu können. Der Hauptunterschied zwischen beiden Alben liegt zum einen in der Verwendung von Akustikgitarren statt cleanen E-Gitarren, um eine natürlichere und wärmere Atmosphäre zu erzeugen. Zum anderen klingen die Arrangements für uns durchdachter und logischer, partiell sind sie etwas anspruchsvoller, an anderen Stellen aber sogar um einiges einfacher gestaltet als auf „Bloodred Tales“. Wir haben versucht, eine gesteigerte Varianz beizubehalten, ohne dabei einen vorgewebten roten Faden zu verlieren.


Ist Euer Debüt eigentlich noch erhältlich? Wo kann man es beziehen?

Unser Debüt ist in der Tat noch erhältlich (sogar die limitierte Edition mit Extra-Schuber und Postkarten) und auf einfachstem und günstigstem Wege bei uns direkt zu ordern. Kontaktadresse siehe Ende des Interviews!


Euer aktuelles Werk „Skywards...“ entstand, wie auch schon der Vorgänger und das letzte Album von Veneral Disease, in der Obhut des Stellwerk–Studios... Warum zieht es Euch immer wieder dort hin? Werdet Ihr auch in Zukunft dort aufnehmen?

Wir haben dieses Studio erneut ausgewählt, da die Zusammenarbeit mit Stefan Hanbuch bereits bei den Aufnahmen zu „Bloodred Tales“ sehr zufriedenstellend verlief. Zudem ist es ein lokales Studio und hat den enormen Vorteil, dass wir sehr entspannt und ohne feste Blockzeiten arbeiten konnten, d.h. bedingt durch unsere Jobs war es ideal, nur am Wochenende oder abends aufnehmen. Bei den Aufnahmen zu „Skywards“ lief allerdings nicht alles zu unserer vollsten Zufriedenheit und gepaart mit jener Neugier, ein anderes Studio antesten zu wollen, werden wir uns bei den Aufnahmen für das kommende Album nach einem anderen Studio umsehen. Entschieden haben wir uns aber noch nicht. Möglicherweise machen wir eine Vorabproduktion im eigens eingerichteten PPP-Studio (in welchem übrigens auch die aktuelle „Veneral Disease - Sworn To Hate“ Langrille entstanden ist), bevor wir unsere Studioauswahl konkretisieren. Bis dahin vergehen wohl aber noch einige Monate.


Wat tut sich bei Euch in nächster Zeit auf dem Livesektor? Soweit ich weiß ist ja, nachdem letztes Jahr bereits das PartySan auf dem Plan stand, in Sachen Festival das SummerBreeze schon mal fix... Wisst Ihr schon auf welcher Position Ihr dort spielen werdet?

Die Position ist mir noch nicht bekannt, werde das aber die nächsten Tage mal herausfinden. Auf das SummerBreeze freuen wir uns sehr, zumal wir bis dahin mit einer Verstärkung in punkto separatem Sänger/Frontman aufwarten können. Ich möchte nicht zuviel versprechen, aber mit ihm konnten wir ein weiteres Manko ausmerzen, da Stefan zwar weiterhin einen noch beachtlichen Teil der Vocals parallel übernimmt, sich aber doch noch intensiver auf das Gitarrenspiel konzentrieren kann. Ansonsten sind keine weiteren Festivals für dieses Jahr geplant. Stattdessen spielen wir zwei Exklusivkonzerte mit „Amon Amarth“ Anfang September und noch einige weitere Gigs im Herbst/Winter sind fix oder noch in Planung. Aktuelles hierüber erfährt man kontinuierlich auf der Homepage www.fragmentsofunbecoming.com (Schleichwerbung deluxe).


Noch mal kurz zurück in euere Anfangstage... Das zweite Konzert, dass ihr damals bestreiten durftet, war ja das Chuck Schuldinger Benefiz Festival. Was bedeutet Dir das im Nachhinein? Welchen Stellenwert hat Chuck für Dich als Musiker?

Chuck ist zweifelsohne ein genialer Musiker und Komponist, wenn mir auch nicht alle Alben, sondern speziell „Individual Thought Patterns“ und „Symbolic“ gefallen.  Für uns war es selbstredend, zu spielen, um eine potentielle Hilfe leisten zu können. Grundlegend ist es für mich aber keineswegs unkompliziert, über einen Stellenwert fundiert zu schreiben, da Chuck möglicherweise unterbewusst eine Inspiration darstellt, ich mich aber nie auf sein Gitarrenspiel oder seinen Stil in meinen Kompositionen beziehe. Dennoch schätze ich sein Talent und bewundere den Einfluss, den er auf unzählige Death Metal Bands hatte und noch immer hat. Ich bedaure es sehr, dass ich die letzte Möglichkeit vor Jahren leichtfertig verpasst habe, „Death“ live zu sehen.


Welche Persönlichkeiten haben Dich ansonsten noch beeinflusst? Was waren für Dich die fünf wichtigsten Metal- bzw. nichtmetallischen Alben der letzten Jahre?

Eine ungeheuer schwierige Frage. Zumal ich die Anzahl „fünf“ als weitaus zu gering ansehe, um meinem Enthusiasmus und der Leidenschaft für so viele Alben der letzten Jahre gerecht zu werden. Aber gut, versuchen kann ich es dennoch:


Metal-Alben:

Hate Eternal-Conquering The Throne

Darkane-Rusted Angel

Opeth-einfach alles

Nevermore-zweifach alles

Suffocation-Souls To Deny/Despise The Sun

P.S.: BloodbathUnmooredNecrophagistLuciferionAborted
InvocatorDecapitatedTheBlackDahliaMurderDefleshed-diverse


Nichtmetallisch:

Stille Oppror-Prosject 2 13

Tenhi-dreifach alles

Garmarna-vierfach alles

In The Woods-Omnio

Peter Gabriel-fünffach alles
– als weibliches Pendant: Kari Rueslatten

P.S.: ProkofievBeethovenDebussyBeethoven
ChopinMozartEricClaptonWillyAstor-diverse


Was einen potentiellen Einfluss angeht, so fällt es mir ehrlich gesagt schwer, hier konkret und sachgemäß Deine Frage zu beantworten, da mich keine Persönlichkeit explizit oder bewusst beeinflusst, zumindest wäre dies für mich nicht erkennbar. Dennoch habe ich sehr großen Respekt vor einigen wenigen Individuen und zolle ihnen entsprechend einen weitreichenden Respekt reich an Bewunderung: Mikael Akerfeldt, Dan Swano, Jeff Loomis, Christer André Cederberg....


Gleiche Frage, andere Baustelle... Stichwörter: Literatur & Kino (by the way... haste schon das Dawn of the Dead – Remake gesehen? Klasse Film!!!)!

Dem Kino stehe ich in jüngster Zeit sehr skeptisch gegenüber und war entsprechend sehr lange nicht mehr in einem Lichtspielhaus. Irgendwie kann ich 99% aller hauptsächlich amerikanischen Filme nichts mehr abgewinnen – die Handlungen sind oftmals derart lapidar und nichtssagend, dass man als erwachsener Mensch vieles nicht mehr ernst nehmen kann. Nicht, dass jeder Film verlangen würde, ernst genommen zu werden, aber selbst der weitreichend überaus beliebten Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ bin ich nicht sehr zugetan. Fast immer würde ich mir wünschen, es ginge nicht ausschließlich darum, ein Konglomerat an Effekten mit ständig an Höchstgrenzen überbietenden Budgets zu zeigen. Die letzten wirklich guten Filme, die ich gesehen habe, waren „Baal“ in einer Neuverfilmung mit M. Schweighöfer, „Rivers And Tides“, ein Künstlerportrait um Andy Goldsworthy und „Bowling for Columbine“ von Michael Moors. (Anm. S.: by the way zurück: „Dawn Of The Dead“ habe ich noch nicht gesehen...ist das ein Horrorstreifen?)

In punkto Literatur kann ich zur Zeit Bertolt Brecht und Ambrose Bierce (der König aller Zyniker) empfehlen, aber das ist durchweg Geschmackssache. Nicht schlecht sein sollen auch Origami-Faltideen in mehreren Bänden, ein Duden von 1981, der Bestseller „Welche mehrgängigen Gerichte kann ich für € 2,95 kochen“ und für alle, die es bis dato noch nicht wussten: „Der Herr der Ringe“ wurde auch mal als Buch veröffentlicht und es geht das Gerücht um die Welt, dass es sogar besser als der Film sein soll...J


Schön, schön… das war’s! Sei so nett und bring das Interview, nachdem ich es schon wie einen schlechten Witz begonnen hab´, zu einem gehaltvollen Ende! Machs gut und danke!

Was? Schon fertig? Ein gehaltvolles Ende? Gut, es hat wirklich Laune gemacht, Deine Mission zu erfüllen und Deinen Wissensdurst zu stillen. Hoffe, Du bist nun satt und Dein Agentendasein hat sich als lohnenswert erwiesen. Danke auch für Dein Interesse an den Fragmenten! Sollte es noch weitere Agenten in ihrer Mission in unsere Gefilde verschlagen, lasst Euch gesagt sein, hier findet Ihr uns.


Ach und bevor ich’s vergesse... mach bitte die Tür zu, wenn du gehst!!

Zimmer-, Tresor-, Salon-, Flur-, Haus-, Hof-, Garagen- oder Gartentür? Als durchweg höflicher Mensch werde ich alles, sowie dieses Interview nun schließen und mit einem Zitat von Ambrose Bierce enden:

„Ein Interview ist jene Art des Beichtstuhls, in dem vulgäre Unverschämtheit den Torheiten der Eitelkeit und des Ehrgeizes ihr Ohr leiht.“