] Ancient Spirit [ January 2004

// Jan Baum vs. Sascha Ehrich

Willkommen auf den Ancient Spirit-Seiten! Bitte gib uns zu Beginn doch mal einen kleinen Überblick über die Bandgeschichte. Fragments Of Unbecoming war anfangs als Projekt gedacht, oder?

Exakt. Als Stefan und ich im Sommer 2000 fast zeitgleich auf den Gedanken kamen, ein Projekt zu erdenken, so resultierte diese Überlegung nur aus der einzigen Grundmotivation heraus, neben jeweils bestehender, eher amerikanisch orientierten Todesbleikapelle, eine dem melodischen, schwedischen Death Metal huldigende Formation zu gründen. Wie der Begriff "Projekt" aber schon sagt, so sollte dies nur zeitweise neben der Hauptband laufen. Nach wenigen Monaten war aber spürbar, dass der gesamte kreative Prozess, das Songwriting und die generelle Zusammenarbeit sehr gut funktionierten, aber doch ein intensiveres Aufwenden von Zeit und Geist abverlangten. Speziell ich habe zu diesem Zeitpunkt gemerkt, welcher Enthusiasmus in mir wächst und mein Hauptaugenmerk anderorts zu dirigieren vermag. Infolgedessen verließ ich meine damalige Band, um mich fortan dem neuen Ziel gänzlich und frei widmen zu können. Spätestens hier war der Projektgedanke endgültig verworfen und es entstand jene Formation, die nur wenig später auf den Namen "Fragments Of Unbecoming" getauft wurde. Bis Ende 2001 hatten wir dann letztlich genügend Material erarbeitet, um unseren ersten Live-Auftritt bestreiten zu können. Nur wenige Wochen später, im Frühjahr 2002, verschlug es uns dann ins lokale Stellwerk Studio, wo wir den ersten Silberling, die MCD "Bloodred Tales | Chapter I - The Crimson Season" einspielten. Jene Kurzrille erblickte im Mai 2002 das Licht der Welt und exakt ein Jahr nach ihrem Erscheinen unterschrieben wir bei Metal Blade. Bis heute hat sich am Line-Up nichts mehr geändert und ich wage die Vermutung, dass die Band auch nur in dieser Konstellation derart gut und reibungslos arbeiten kann.


Eure MCD "Bloodred Tales | Chapter I - The Crimson Season" hat ja in der Presse sehr gut abgeschnitten. Habt Ihr damit gerechnet, und wie ist das Teil gelaufen? Gab es auch Reaktionen aus dem Ausland?

Mit einem derart sensationellen Abschneiden konnte niemand von uns rechnen, zumal es unzählige Veröffentlichungen aus dem Underground nur so hagelt und man dadurch auch nur einer von vielen ist. Wir waren uns zwar bewusst, dass wir musikalisch schon einen gewissen Anspruch haben und wir uns dadurch auf ein gewisses Level einpegeln können und jener auch, in welcher Weise auch immer, honoriert werden würde, aber letztlich konnten wir auf einen allumfassend positiven Reigen nicht hoffen - dies wäre auch zu anmaßend und voreilig gewesen! Was den Verkauf der MCD angeht, so sind wir sehr zufrieden und wenn der in Kürze erscheinende Longplayer "Skywards - A Sylphe´s Ascension" ebenfalls ein ähnlich positives Bewertungsstadium erreicht, so wird "Bloodred Tales" wohl bald nicht mehr erhältlich sein können. Reaktionen aus dem Ausland gab es auch mehr als erwartet, insbesondere nach Amerika und Japan konnten wir einige Scheiben absetzen. Aber auch innerhalb Europas waren die Rückwirkungen sehr positiv und wir haben internationale Kontakte sehr zu schätzen gelernt!


Wie kam es zu dem Deal mit Metal Blade? Es ist ja nicht alltäglich, dass eine deutsche Undergroundband so schnell (nach nur einem Demo) bei einem so renommierten Label unterkommt. Meinen Glückwunsch!

Vielen Dank für die Glückwünsche. Wie Du schon sagst, es ist alles andere als alltäglich, als deutsche Undergroundband einen solch lukrativen Vertrag angeboten zu bekommen. Man muss einfach nur mal bedenken, wie viele Bands über einen Zeitraum von Jahren hinweg kontinuierlich Alben oder Demonstrationsveröffentlichungen auf den Markt bringen und ungesehen oder ungehört im Nichts verharren oder in jenes sang- und klanglos verschwinden. Insofern schätzen wir uns sehr glücklich und entwickeln sogar einen gewissen Stolz, diese Möglichkeit offeriert bekommen zu haben. Das Interesse oder die Aufmerksamkeit seitens des Labels entstand unter Garantie zum einen durch die durchweg kontinuierlich positive Resonanz seitens der Presse und Hörer (wobei ich beides nicht bewusst trennen möchte...) und zum anderen durch die MCD "Bloodred Tales" selbst, welche wir zum Zweck einer ganz normalen Bemusterung zu Metal Blade sendeten und jene bzw. wohl das hörbare Potential letztlich zu überzeugen wusste. Dennoch ist es für eine Band immer schwierig, dies genau zu erörtern und vielleicht solltest Du parallel die Jungs selbst fragen :-)


Habt Ihr bestimmte Erwartungen oder seid Ihr einfach nur froh, eine solch starke Firma im Rücken zu haben? Was ist das für ein Gefühl, auf dem gleichen Label zu sein wie BOLT THROWER, CANNIBAL CORPSE, usw.?

Selbstredend ist es ein stärkendes Gefühl, eine Art treibende Kraft, auf die Unterstützung eines renommierten Labels bauen zu können. Es belohnt und fördert unseren Enthusiasmus. Dennoch ist es für uns auch vielmehr ein Ansporn, sich zu entwickeln, die Chance wahrzunehmen, einen weiteren Weg gehen zu können, wohin immer er auch führen mag. Natürlich macht es uns auch zu einem kleinen Prozentsatz stolz, Szenegrößen als Labelpartner zu haben, letztlich sind wir aber auf uns gestellt und es ist nicht in unserem Sinne, sich auf fremden Lorbeeren auszuruhen. Daher gehen unsere Erwartungen zunächst in jene Richtung, die Band wachsen zu lassen, den Namen zu verbreiten und möglicherweise ein breit gefächtertes Publikum ansprechen zu können. Durch einen internationalen Vertrieb wird man den Longplayer weiträumiger erstehen können und alleine diese Tatsache ist für uns schon goldwert!


Jetzt zu Eurer neuen CD "Skywards | A Sylphe´s Ascenison". Das Teil ist ja wirklich oberamtlich geworden! Erzähl doch ein bisschen was zur Entstehungsphase und zur Produktion.

Vielen Dank für das Kompliment!!! Musikalisch gesehen entstanden die Songs in sehr unterschiedlichen Schaffensphasen, was dem Album einen wohl sehr variablen und differenzierten Charakter verleiht, d.h. wir haben uns nicht auf einen speziellen Zeitpunkt mit dem Ziel festgelegt, von nun an Tracks für "Skywards" schreiben zu wollen. Speziell Songs wie "Fear My Hatred", "On A Scar´s Edge To Infinity" und der Titeltrack selbst waren fast schon komplett fertiggestellt, als "Bloodred Tales" herauskam und sind entsprechend schon etwas älter. Beispielsweise "The Seventh Sunray Enlights My Pathway" und "Entangled Whispers In The Depth" entstanden nicht weit vor dem eigentlichen Studiotermin und sind daher sehr neu und frisch. Stilistisch wollten wir erneut alles das ausschöpfen, was bereits auf dem Debut seinen Anfang nahm. Allerdings klingen die Kompositionen schlüssiger und ausgereifter und stellen einen weiteren Pfeiler auf unserem Weg dar. Auf "Skywards" findet man ein sehr ähnliches Gleichgewicht aus aggressivem, brutalen,  straighten Old-School Death Metal und sehr ruhigen, hier und da melancholischen, harmonisch partiell möglicherweise ergreifenden Elementen. Das abwechselnde Spiel von Harmonie und Disharmonie, sonniger Wärme und rasender Kälte ist erneut die Grundbasis und als solche der rote Faden. Der einzig gravierende Unterschied ist das Ersetzen von damaligen instrumentellen Zwischenspielen durch eine diesmal verwendete Akustikgitarre, einfach um die Atmosphäre noch natürlicher wirken zu lassen. Natürlichkeit und Roheit sind ebenfalls bei der Produktion oberste Prämisse gewesen, d.h. der Gesamtsound sollte nicht überproduziert und möglicherweise stilentfremdend oder stiluntauglich wirken. Ein Moderator einer deutschen Radiosendung bemerkte kürzlich, dass unsere Scheibe mal wieder eine der wenigen Veröffentlichungen sei, welche soundspezifisch sehr real klingen würde und er könne sich daher gut vorstellen, exakt diesen Klang auch live in den Ohren zu haben. Genau das war unser Ziel. Stilistisch klingen wir nun mal älter und manch einer mag es anachronistisch nennen, aber wir wollten keinen Sound á la Soilwork und Co., da er zu jenen pass zu uns aber in keinem Fall. Aufgrund dessen haben wir im Studio (wiederum das Stellwerk Studio) keine unnötigen Soundtüfteleien zugelassen und den Grundcharakter bis zum Schlusseibehalten. Selbstredend gibt es im Nachhinein wieder einiges zu optimieren, alles gegenteilige wäre aber auch sehr ungewöhnlich.


Das Album klingt, als wäre es zur Blütezeit des melodisch-aggressiven Schweden Death Metals entstanden. Welche Bands haben Euch denn am meisten beeinflusst? Man hört deutliche Einflüsse von AT THE GATES, UNANIMATED, usw.

Es wäre schwer zu umreißen, welche Bands uns ganz speziell und/oder hörbar beeinflussen. Persönlich würde ich Edge Of Sanity als meine deutliche und lichthelle Einflussquelle nennen, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, an welchen Stellen auf "Skywards" man dies hören könnte. Allumfassend ist es vielmehr die 1994/1995er Schaffensphase von Bands wie At The Gates, Sacrilege, Unanimated, Vinterland, The Moaning, etc. die uns beeindruckt und dadurch auch prägt und beeinflusst. Es ist diese Ambivalenz, dieses Gleichgewicht aus ruhigen und aggressiven Parts in der Musik, die speziell Stefan und mich immer wieder fesseln.


Nerven Euch die Vergleiche mit den schwedischen Bands, oder seht Ihr das eher als Kompliment an?

Beides! Vergleiche helfen oft, Musik eindeutiger zu umschreiben, wecken Erinnerungen oder Nostalgiegefühle. Daher sind Vergleiche auch als Kompliment zu sehen. Wenn aber beispielsweise in der heutigen Zeit jede auch nur ansatzweise melodischen Death Metal spielende Kombo mit At The Gates als Vergleich in beständiger Regelmäßigkeit rezensiert wird, so fragt man sich doch, ob dieser Vergleich noch einen Stellenwert hat und ob es nicht in den häufigsten Fällen eher einer Beleidigung gegenüber jener Meisterkapelle gleichkommt. Es langweilt, dass viele Kritiker nur immer diese eine Band als Vergleich heranziehen und viele gleichwertige, obgleich unbekannte Bands aber in Vergessenheit geraten. Grundlegend wollen wir als separate Band gesehen werden, nicht als Nachfolger eines verflossenen Acts. Unser Ziel ist es, eigenständig zu klingen - es soll greifbar sein, uns eindeutig als Fragments Of Unbecoming identifizieren zu können.


Worum geht es in euren Texten? Sind euch die Lyrics genau so wichtig wie die Musik?

Die Lyrics sind zwar ein fester Bestandteil des Gesamtkonzepts, tragen aber nicht an gleicher Gewichtigkeit wie die Musik. Die grundthematisierte Sylphe ist innerhalb des Lyrikflusses eine Art manifeste, emotionale Trägerfigur und eigentlich nicht konkret als wahrhaftige Person zu sehen. Generell haben die Texte eher einen persönlichen Stellenwert für mich und liegen weder Dogmen, noch Mythologien oder sozialer Kritik zu Füssen. Kurz gesagt und wenig ausgeschmückt - es sind (teils verschlüsselte) Erfahrungsdarstellungen basierend auf Eindrücken wie sich loszureißen, neues zu entdecken, Freiheit zu spüren, einem Weg zu folgen, neues Territorium zu betreten, etc....gänzlich nicht wirklich leicht zu beantworten und daher sehr offen für den Leser.


Das neue Cover sieht auch ziemlich genial aus. Wie seid Ihr daran gekommen und hat es irgendeine bestimmte Bedeutung?

Der Weg zu diesem Cover war erneut denkbar einfach und vorherbestimmt. Wie auch bei "Bloodred Tales" habe ich auch hier zu Pinsel und PC gegriffen, um dieses Ergebnis zu erzielen. (Freut mich, dass es Dir gefällt) Eine tiefere Bedeutung hat es höchstens insofern, da es sowohl farbstimmlich, als auch thematisch den Titel des Albums in sich reflektiert. Ziel war es, das betitelte Emporsteigen bildlich darzustellen und es mit möglichst viel Licht anzureichern. Beim Herstellungsprozess wollte ich auch kein unbedingt typisches Death Metal Artwork machen, eine gewisse Mystik ist zwar prinzipiell unbewusst entstanden, passt aber für unser Empfinden perfekt zu den Kompositionen. Die Darstellung ist nicht hundertprozentig eindeutig und auf den ersten Blick zu erschließen, ebenso verhält es sich mit der Musik. Es sind viele Details, die es nach und nach zu entdecken gibt...


Probt Ihr viel, um so einen Sound kreieren zu können (ist ja bestimmt nicht ganz einfach zu spielen)? Und wie entstehen bei Euch die Songs?

Wir proben eigentlich nicht sehr häufig, ganz konkret nur 2,5 Stunden die Woche (vor Konzerten auch manchmal zwei Abende die Woche). Das liegt zum einen daran, dass wir bis dato nicht mehr proben mussten und zum anderen proben Ingo und Stefan mit Veneral Disease noch zweimal pro Woche, da jenes Material mehr Spielpraxis abverlangt. Es ist auch immer schwierig einzuschätzen, ob unsere Songs partiell kompliziert oder schwer spielbar im Allgemeinen sind. Hierüber machen wir uns auch die wenigsten Gedanken und schreiben wohl automatisch und unbewusst nur Riffs, die für uns spielbar und dem aktuellen Niveau angepaßt sind, d.h. manche Strukturen können sehr primitiv (im Sinne von einfach und unkompliziert flüssig), andere wiederum etwas anspruchsvoller gestaltet sein. Reizvoll sind in jedem Fall beide Elemente. Wenn man sich die Songs auf "Sykwards" genauer zu Gemüte führt, wird man merken, dass jenes Material sehr unterschiedlich anspruchsvoll ist. Wichtig ist daher, dass uns der Song gefällt, egal wie komplex er sein mag. Was den Songwritingprozess angeht, so sind hauptsächlich Stefan und ich hierfür verantwortlich, d.h. wir komponieren bis auf wenige Ausnahmen alles getrennt zu Hause - jeder für sich. Das hat den enormen Vorteil, dass beim Entstehen eines Songs im Proberaum zwei sehr unterschiedliche Stile aufeinandertreffen und die Strukturen daher variabler wirken. Generell arbeiten wir an mehreren, charakteristisch sehr verschiedenen Songs gleichzeitig, einfach, um keine Ideen, welche rein atmosphärisch betrachtet nicht zu einem Song speziell passen würden. auf Halde legen zu müssen. Obgleich hier schon das eine oder andere Häufchen liegt und auf seine Verwendung wartet. Das ruhige und entspannte Komponieren zu Hause hat auch den Vorteil, dass wir in jener umschrieben kurzen Probe sehr gezielt und flüssig arbeiten können, was aber auch nicht immer eine Garantie dafür ist, daß alles auf Anhieb funktioniert. Das richtige Rezept hierfür haben wir noch nicht gefunden.


Ihr durftet letztes Jahr das kultige PartySan-Festival eröffnen. Eure Eindrücke?

Gigantisch, durchweg positiv, für uns das beste deutsche Festival, familiäre Atmosphäre, netter Rahmen, geniale andere Bands, humane Preise, etc. Es hat definitiv richtig Laune bereitet, vor einer derart hungrigen Zuschauermeute den Anfang zu machen, zumal einige Freunde von uns dort waren!!! Es war eine sehr wichtige Erfahrung für Fragments Of Unbecoming, da es unser erstes großes Festival war. Auch wenn wir dieses Jahr nicht dort spielen, so werden wir doch wieder hinfahren, ich freue mich schon jetzt darauf.


Wie sieht ansonsten die Live-Situation für Fragments Of Unbecoming aus? Gibt es vielleicht schon Gespräche über eine Tour oder ist es dafür noch zu früh?

Derartige Gespräche hat es noch nicht gegeben - dafür ist es wirklich noch zu früh und man wird sehen, was kommt. Zunächst steht erst mal unsere CD-Release-Party am 31.01.04 im Café Zentral in Weinheim an (Schleichwerbung rules!) und weitere Festivals für März und April sind auch bereits bestätigt. Zudem sind wir bereits für das diesjährige Summer Breeze gebucht. Weitere Konzerte sind natürlich geplant und auch im Gespräch, über den jeweils aktuellen live-haftigen Stand kann sich jeder unter www.fragmentsofunbecoming.com informieren.


Zwei von euch sind ja auch noch bei VENERAL DISEASE aktiv. Bei welcher Band liegen denn die Prioritäten? Ist es einfach, beide Bands unter einen Hut zu bringen?

Von Anfang an war dies nie ein Problem für beide Bands und Prioritäten wurden, soviel mir bewußt ist, keine gesetzt, gerade von Stefan und Ingo nicht. Wenn überhaupt, müßte dies jedes Mitglied separat beantworten. Darüber hinaus ist es auch gänzlich unproblematisch, beide Bands gleichzeitig laufen zu lassen, da sie zum einen stilistisch sehr unterschiedlich sind und sich bis dato weder Proben noch Konzerte überschnitten haben. Intern verstehen wir uns sehr gut, teilen uns logischerweise auch den Proberaum, und somit liegt auch kein unnötiger Konkurrenzgedanke in der Luft. Jede Band kocht ihr eigenes Süppchen.


Wie sehen Eure nächsten Pläne aus?

Wir arbeiten aktuell schon wieder an neuem Material für ein kommendes Album und neben Live-Aktivitäten zur Promotion der "Skywards"-Songs liegt hier auch unser Hauptaugenmerk. Wenn ich es mir recht überlege, so wäre es für uns auch undenkbar, musikalisch zu ruhen. Insofern kam der Abschluß der Aufnahmen für "Skywards" einer Erlösung gleich, da wir endlich wieder neue Songs angehen konnten.


Deine Top10-Alben im Moment?

1) Hate Eternal-Conquering The Throne

(auch wenn es mich ärgert, daß Hate Eternal auf ihrer Tour niemals die für mich besten Songs spielen: "Nailed To Obscurity", "Detroned" und "Spiritual Holocaust"

2) Darkane-Rusted Angel

(für mich die zur Zeit beste Schweden-Death Platte im Bereich technische Raffinessen)

3) Thy Grief-The Frozen Tomb Of Mankind

(zu Unrecht sehr unbekannte Norwegen-Black-Scheibe mit ergreifender Atmosphäre)

4) Evanescence-My Immortal (Track)

(unbeschreiblich schön und für Mainstream-Mucke einzigartig)

5) Stille Oppror-Prosject 123

(einer der vielen In The Woods-Ableger und mein Akustikalbumfavorit)

6) Malevolent Creation-Eternal

(für mich das mit Abstand beeindruckendste Malevolent Creation-Album, vielleicht wegen Felldrescher Dave Culross. Entsprechend erwarte ich mit Freuden das kommende Album)

7) Bloodbath-Resurrection Through Carnage

(Swanö, Akerfeldt und Co. haben einfach den Bogen raus, wie man authentischen Old-School Death Metal spielt, für mich jetzt schon ein Meilenstein)

8) Gehenna-The 2nd Spell | Seen Through The Veils Of Darkness

(so staubig die Scheibe auch ist, ich kann mich an ihr nicht satthören - nicht unbedingt für den Sommer geeignet)

9) Withered Beauty-Withered Beauty

(irgendwie eine unterbewertete Gruppe. Man höre sich nur mal den letzten Track "He Who Comes With The Dawn" an - genialst!)

10) Dimmu Borgir-Puritanical Euphoric Misanthropia

(diese Band ist ja zu einem zweischneidigen Mysterium geworden, dennoch ist diese Scheibe, speziell im Vergleich zum schwächlichen Vorgänger, gigantisch gnadenlos und beeindruckend atmosphärisch zugleich)

(Die Top-Alben wechseln aber immer mal und sind daher nur für einen kurzen Zeitraum verbindlich)


Was würdest du von einer AT THE GATES-Reunion halten?

Grundehrlich würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr viel davon halten, alleine aus dem Grund, weil "Slaughter Of The Soul" nun schon so lange in meinem Kopf "der" At The Gates-Klassiker ist und ich mir beim besten Willen keine Steigerung zu jener Götterplatte vorstellen kann. Die Bjorlers haben ihre Prioritäten zudem bei "The Haunted" gesetzt, der Rest der Meute ist auch in alle vier Himmelsrichtungen verstreut und so ist sicher auch die Basis für eine diesbezüglich Grundmotivation nur höchst schwierig herzustellen. Ein weiterer Nachteil wäre, dass wir "Blinded By Fear" aus unserem Live-Set verbannen müssten, da wir prinzipiell nur Songs von Bands covern, deren Existenz bereits längst verflossen ist - wäre sehr schade drum! Kurz und knapp, irgendwie ist es gut so und man behält At The Gates in bester Erinnerung, anstatt eine Band vor Augen zu haben, deren Existenz mit zunehmender Zahl an flauer werdenden Alben immer unbedeutender wird. Es ist mit Sicherheit ein fundiertes Kompliment, wenn man sagt, dass At The Gates zum definitiv richtigen Zeitpunkt aufhörten.


Vielen Dank für die Antworten und viel Erfolg mit dem neuen Album!!! Die letzten Worte gehören Dir…

Ich danke Dir und dem Magazin sehr für dieses Interview - hat wirklich Spaß gemacht, Deinen Wissensdurst zu stillen. Hoffe, Du bist nun gesättigt :-) Alles Gute für Euch und die Page!